Kopfverletzungsrisiko schnellt mit Antidepressivaeinnahme bei Alzheimer-Krankheit in die Höhe


  • Danielle Barron
  • Medizinische Nachrichten
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Das Risiko für Kopfverletzungen und traumatische Hirnverletzungen ist bei Personen mit Alzheimer-Krankheit (AK), die Antidepressiva einnehmen, höher, haben Forscher festgestellt.

Die Einnahme von Antidepressiva wurde bereits mit einem erhöhten Risiko für Stürze und Hüftfrakturen in Verbindung gebracht. Die neue Studie von der University of Eastern Finland, deren Ergebnisse in Alzheimer’s Research & Therapy veröffentlicht wurden, war die erste, die sich mit dem Risiko für Kopfverletzungen befasste.

Durch den Vergleich von neuen Antidepressiva-Nutzern und abgestimmten Nichtnutzern fanden die Forscher heraus, dass das Risiko für Kopfverletzungen in den ersten 30 Tagen der Anwendung den Höchstwert erreichte, aber für mehr als zwei Anwendungsjahre auf einem erhöhten Niveau blieb. Die Einnahme von Antidepressiva war auch durchgehend mit einem höheren Risiko für Kopfverletzungen verbunden, als die Autoren Fall-Crossover-Analysen betrachteten.

„Unsere Ergebnisse geben Anlass zu Sorge, weil Personen mit Alzheimer-Krankheit häufig Antidepressiva einnehmen, die als eine sicherere Alternative als beispielsweise Benzodiazepine empfunden werden”, sagte Heidi Taipale, leitende Forscherin. Taipale ergänzte, dass die Studienpopulation zwar aus Personen mit diagnostizierter AK bestand, es aber wahrscheinlich sei, dass das Risiko auch bei anderen älteren Personen ohne AK ähnlich ist. 

Die Autoren schlossen damit ab, dass die Einnahme von Antidepressiva bei Patienten mit Alzheimer sorgfältig abgewogen werden und der Zusammenhang in zukünftigen Studien bestätigt werden sollte.