Kontrolle ist vermutlich sicher bei lokal fortgeschrittenem Ösophaguskarzinom mit Response auf neoadjuvante Chemoradiotherapie

  • van der Wilk BJ & al.
  • Ann Surg
  • 04.10.2019

  • von Jim Kling
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Aktive Überwachung gefolgt von einer Salvage-Operation führte zu ähnlichem Überleben und keiner Erhöhung chirurgischer Komplikationen verglichen mit einer sofortigen Operation bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Ösophaguskarzinom, die nach neoadjuvanter Chemoradiotherapie eine komplette klinische Response erreichten.
  • Die Studie war klein und muss von den großen anstehenden kontrollierten randomisierten Studien SANO und ESOSTRATE bestätigt werden.

Warum das wichtig ist

  • Ösophagektomie ist verbunden mit erheblichen postoperativen Komplikationen, was das Interesse an aktiver Überwachung als Alternative geweckt hat, jedoch bestanden Bedenken, dass eine verzögerte Operation zu noch mehr postoperativen Komplikationen führen könnte.

Studiendesign

  • Propensity-Score-gematchte, retrospektive Analyse (n=98; 31 mit aktiver Überwachung plus Salvage-Operation; 67 mit sofortiger Operation).
  • Patienten mit aktiver Überwachung lehnten eine sofortige Operation ab.
  • Finanzierung: Dutch Cancer Foundation.

Wesentliche Ergebnisse

  • Mittleres Follow-up: aktive Überwachung plus Salvage-Operation: 27,7 Monate; sofortige Operation: 34,8 Monate.
  • Propensity-Score-Matching ergab 2 Gruppen aus 29 (Überwachung, Operation):
    • 3-Jahres-OS: 77% vs. 55% (HR 0,41; p=0,104).
    • 3-Jahres PFS: 60% vs. 54% (HR 1,08; p=0,871).
    • Rate an Fernmetastasen: 28% für beide Gruppen.
    • Rate für radikale Resektion: 100% für beide Gruppen.
    • Postoperative Komplikationen ≥ Grad 3 nach Clavien-Dindo: 42% vs. 45%.

Einschränkungen

  • Retrospektiv, kleine Fallzahl.