Konsultationen im Akkord


  • Susanne Kressenstein
  • Medizinische Nachrichten
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Global gesehen bleiben Patienten nur wenige Minuten um ihr Anliegen mit ihrem Hausarzt zu besprechen. Die Schwankungen sind von Land zu Land aber recht hoch, wie eine epidemiologische Studie zeigt.

Forscher aus Cambridge werteten insgesamt 178 Studien aus, in der die Länge von Konsultationen analysiert wurden. Die Informationen dieser Metastudie stammten aus 67 Ländern und von insgesamt über 28 Millionen Patientenkontakten. Dabei ergab sich, dass weltweit mehr als jeder zweite Patient weniger als fünf Minuten mit seinem Arzt hat. Am schnellsten geht es in Pakistan, wo eine Konsultation im Schnitt unter einer Minute dauert. Schwedische Patienten hingegen können 22 Minuten mit ihrem Hausarzt sprechen. Deutsche Hausärzte verbringen im Schnitt 7,6 Minuten mit jedem Patienten und liegen damit zeitlich gesehen im Mittelfeld.

Es ergab sich eine deutliche Korrelation zwischen der Dauer der Patientenkontakte, den Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben, der Arztdichte und dem Stress, dem die Mediziner ausgesetzt sind. Je kürzer das Gespräch, umso höher die Gefahr für Polypharmazie und einem zu häufigen Einsatz von Antibiotika. Zudem bleiben bei kurzen Konsultationen psychische Erkrankungen häufig unerkannt.