Konsens-Bericht zur Diabetes-Therapie aktualisiert


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Zum Managment der Hyperglykämie bei Typ-2-Diabetes gibt es eine aktualisierte gemeinsame Stellungnahme der „European Association for the Study of Diabetes“ (EASD) und der „American Diabetes Association“ (ADA).

Hintergrund

In den vergangenen drei Jahren - seit der Veröffentlichung der zugrundeliegenden Empfehlungen - sind mehrere Studien zur medikamentösen und nicht-medikamentösen Therapie erschienen, darunter zum Beispiel Studien zur kardiovaskulären Sicherheit und Wirksamkeit von Gliflozinen und GLP-1-Agonisten. Aus diesem Grund haben die beiden Diabetologen-Vereinigungen die gemeinsame Stellungnahme von 2015 aktualisiert und publiziert („Diabetologia“ und „Diabetes Care ). 

Design

Für den im Konsens erstellten Bericht haben die Autoren die vorhandenen wissenschaftlichen Studien und Metaanalysen berücksichtigt. Sie betonen allerdings, dass ihre Empfehlungen zwar Evidenz-basiert seien, aber dennoch ihre persönlichen Ansichten.

Hauptaussagen

Zu den wichtigen neuen Empfehlungen zählen unter anderen:

  • Um die Therapie-Adhärenz zu stärken, sollte bei der Wahl der Medikation vor allem auf die Präferenzen der Patienten geachtet werden - und nicht allein und primär auf Ergebnisse klinischer Studien.
  • Alle Diabetes-Patienten sollten Zugang zu Diabetes-Schulungen haben, um das Selbst-Management zu ermöglichen. 
  • Allen Patienten sollte eine „medizinische Ernährungstherapie“ (Ernährungsratschläge und Ernährungsstrategien) angeboten werden.
  • Allen übergewichtigen und adipösen Diabetes-Patienten sollte der gesundheitliche Nutzen einer Gewichtsreduktion verdeutlicht werden. Zudem sollten sie zur Teilnahme an Programmen zur Änderung der Lebensweise ermutigt werden.
  • Operative Eingriffe zur Gewichtsreduktion sollten bei erwachsenen Typ-2-Diabetikern mit einem BMI von mindestens 40 empfohlen werden, die mit konservativen Maßnahmen keine ausreichende Gewichtsabnahme und Verbesserungen bei Begleiterkrankungen erreichen. 
  • Metformin bleibt das Mittel der ersten Wahl bei so gut wie allen Patienten mit Typ-2-Diabetes.
  • Für Diabetes-Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen ist ein SGLT-2-Hemmer oder ein GLP-1-Rezeptoragonist mit belegtem kardiovaskulärem Nutzen empfohlen.
  • Für Patienten mit chronischer Nierenerkrankung oder Herzinsuffizienz und atherosklerotischer Herzgefäß-Krankheit sollte ein SGLT-2-Hemmer mit belegtem Nutzen erwogen werden. 
  • Es ist unklar, ob es sich bei dem kardiovaskulären Nutzen, der in einigen Studien mit SGLT-2-Hemmern und GLP-1-Agonisten festgestellt wurde, um Klassen-Effekte oder substanzspezifische Wirkungen handelt. 

Noch zu klären ist nach Angaben der Autoren der Nutzen spezifischer Kombinationen von Antidiabetika. Hier gebe es noch einen Mangel an Evidenz. Zu den ungeklärten Fragen zählt außerdem die, ob der belegte Nutzen von SGLT-2-Hemmern und GLP-1-Agonisten bei manifesten kardiovaskulären Erkrankungen auch für Patienten mit niedrigem Herzgefäß-Risiko gilt. 

Finanzierung: EASD und ADA