Komplementär- und Alternativmedizin bei Herzinsuffizienz: US-Kardiologen nehmen Stellung

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Erkenntnis

  • Eine neue wissenschaftliche Stellungnahme der American Heart Association (AHA) fasst die Evidenz für Komplementär- und Alternativmedizin (CAM) zur Behandlung einer Herzinsuffizienz (HI) zusammen und bietet praktische Leitlinien.

Warum das wichtig ist

  • Obwohl CAM bei Patienten beliebt ist, ist ihre Anwendung weitgehend unreguliert, und es fehlen oft Evidenzen zur Sicherheit und Wirksamkeit.

Studiendesign

  • Wissenschaftliche Stellungnahme, die von verschiedenen Ausschüssen und Gremien der AHA verfasst wurde.
  • Das Forschungsteam führte eine systematische Literaturrecherche durch.
  • Eine 12-köpfige multidisziplinäre Autorengruppe (Kardiologen, Wissenschaftler, Apotheker, Krankenpflegekraft mit CAM-Expertise) bewertete die Sicherheit und Wirksamkeit.
  • Hauptergebnis: an Patienten, die Allgemeinheit, medizinische Fachkräfte sowie Alternativ- und Heilpraktiker gerichtete wissenschaftliche Stellungnahme
  • Finanzierung: Nicht offengelegt

Wesentliche Ergebnisse

  • Die Stellungnahme fasst zusammen, dass „die klinische Evidenz, die die CAM-Anwendung bei HI unterstützt, limitiert ist und umstritten bleibt.“
  • Es wird empfohlen, dass Ärzte ihre Patienten nach deren CAM-Anwendung fragen, die Evidenz diskutieren und gemeinsam Entscheidungen treffen.
  • Es gibt Hinweise darauf, dass 9 CAM-Therapien bei HI potenziell von Nutzen sind: Coenzym Q10, D-Ribose, L-Carnitin, Omega-3-Fettsäuren, Thiamin bei Mangel, Vitamin C bei Mangel, Vitamin D bei Mangel, Yoga mit leitlinienorientierter medikamentöser Therapie (guideline-directed medical therapy, GDMT) und Tai-Chi mit GDMT.
  • Die Evidenz deutet darauf hin, dass 12 CAM-Therapien potenziell schädlich sind, wobei fast alle Wechselwirkungen mit HI-Medikamenten aufweisen: Bitterorange, blaue Traubensilberkerze, Teufelskralle, Ginkgo, Gossypol, Grapefruitsaft (dosisabhängig), Bischofskraut, Lakritz, Maiglöckchen, Oleander, Strophanthus und Vitamin E.
  • Es gibt Hinweise darauf, dass 7 CAM-Therapien eine ungewisse Sicherheit aufweisen: Alkohol, Aloe Vera, Koffein, Guaran, Weißdorn, L-Arginin und Policosanol.
  • In der Stellungnahme wird eine gründlichere Forschung gefordert und geschlussfolgert: „für Patienten [mit Herzinsuffizienz] wird Aufklärung, Kommunikation und die Zusammenarbeit zwischen Patienten, multidisziplinären medizinischen Fachkräften und Alternativ- und Heilpraktikern empfohlen, um die Transparenz zu fördern und die Ergebnisse zu verbessern“.

Einschränkungen

  • Die Evidenz war oft limitiert und beobachtend.
  • Die Studien unterschieden sich häufig in Bezug auf die Methodik und die Spezifikationen der CAM.