Kokosöl macht nicht schlank, erhöht aber das Cholesterin

  • Circulation

  • von Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Das teilweise viel gepriesene Kokosöl erhöht die Serum-Spiegel des Gesamt- und des LDL- sowie des HDL-Cholesterins. Für positive Effekte auf das kardiovaskuläre Risiko gibt es keinen Beleg. 

Hintergrund

Kokosöl wird seit einiger Zeit fast als „Wundermittel“ beworben; es bremse Alternsprozesse, lindere so manche chronische Erkrankung, wirke antiinflammatorisch und helfe auch gegen Bakterien und Viren. Und selbstverständlich mache es auch schlank und schön.

Da die wissenschaftlichen Belege für diese Behauptungen eher rar sind, haben die Autoren der vorliegenden Publikation systematisch wissenschaftlich ausgewertet, um herauszufinden, was an diesen Behauptungen wirklich dran ist. Schließlich besteht Kokosöl zu etwa 90 Prozent aus gesättigten Fetten, die die Atherosklerose und daher kardiovaskuläre Erkrankungen fördern. Protektive ungesättigte Fettsäuren kommen in Kokosöl deutlich weniger vor.

Design

Metaanalyse von 16 Publikationen (17 Studien mit insgesamt 730 Teilnehmern) zum Zusammenhang des Konsums von unterschiedlichen nicht-tropischen pflanzlichen Ölen (Kokos-, Olivenöl, Raps-, Distel- und Sojaöl) und kardiovaskulären Risikofaktoren. Die Studien wurden in den USA, in Europa, Asien und Brasilien durchgeführt. 15 Studien waren randomisierte Studien. 

Hauptergebnisse 

  • Der Konsum von Kokosöl ist im Vergleich zu anderen Ölen mit einer Zunahme der Serum-Konzentrationen des LDL- und des Gesamt-Cholesterins assoziiert. 
  • So stieg das Gesamtcholesterin unter Kokosöl signifikant um 14,69 mg/dl (95% CI, 4,84 - 24,53; I2 = 91%), das LDL-Cholesterin um 10,47 mg/dl (95% CI, 3,01 - 17,94.
  • Das HDL-C nahm um 4,00 mg/dl (95% CI, 2,26 -) 5,73) zu.
  • Die prozentuale Zunahme des LDLC-Wertes betrug demnach fast neun Prozent, die des HDL-Cholesterins knapp acht Prozent.
  • Der Effekt auf das Cholesterin blieb auch dann noch bestehen, wenn nicht-randomisierte oder qualitativ schlechte Studien von der Analyse ausgeschlossen wurden.
  • Der Triglyzerid-Spiegel wurde durch Kokosöl - im Vergleich zu den anderen Ölen - kaum beeinflusst. Dies galt auch für andere Parameter wie Körperfett-Anteil, C-reaktives Protein und den Nüchtern-Glukose-Spiegel.

Klinische Bedeutung

Die Ergebnisse der Metaanalyse sprechen eher gegen als für positive Effekte von Kokosöl auf die kardiovaskuläre Gesundheit. Eine andere Metaanalyse habe zwar, so die Autoren, keine Zunahme des LDL-C-Wertes nach Konsum von Kokosöl beobachtet; bei dieser Metaanalyse seien allerdings nur sechs Studien berücksichtigt worden. Insgesamt gebe es keine medizinischen Argumente für einen regelmäßigen Konsum von Kokosöl.

Finanzierung: Universität von Singapur u.a.