Kohortenstudie unterstützt Klassifikation der Parkinson-Krankheit in drei Subtypen


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Beim klinischen Verlauf der Parkinson-Krankheit gibt es unterscheidbare Muster mit unterschiedlichem durchschnittlichem Diagnosealter, Ansprechen auf Levadopa und Mortalitätsrisiko.

Hintergrund

Die Parkinson-Krankheit hat unterschiedliche klinische Erscheinungsbilder, was bereits mehrfach Anlass zu Versuchen war, distinkte Muster zu erkennen. Dies war auch ein Ziel der aktuellen Studie, bei der gefragt wurde, ob eine Subklassifizierung der Parkinson-Krankheit zum Zeitpunkt der Diagnose möglich ist, die Aussagen über den Krankheitsverlauf und das Überleben erlaubt.

Design

Retrospektive Kohortenstudie mit 111 Patienten, deren Parkinson-Krankheit durch eine Autopsie bestätigt wurde und für die von Fachärzten in britischen Kliniken regelmäßig und langfristig Daten zum klinischen Verlauf der Krankheit erhoben wurden. In Einklang mit der Parkinson’s Progression Markers Initiative Study erfolgte die Einteilung in drei Gruppen anhand der 75%-Perzentile beim Schweregrad der Symptome in verschiedenen Bereichen. Dann ergibt sich eine Form, die als eher mild mit vorwiegend motorischen Symptomen (mild-motor predominant), bezeichnet wird, die zweite als diffus-maligne und die dritte als intermediär.

Hauptergebnisse

  • Die Patienten waren zum Zeitpunkt der Diagnose durchschnittlich 62,5 Jahre alt und zu 60,4 % männlich.
  • Patienten mit dem milden, vorwiegend motorischen Subtyp waren bei der Diagnose signifikant jünger als der Durchschnitt, sie sprachen besser auf Levadopa an und erhielten davon größere Äquivalenzdosen.
  • Patienten mit dem diffus-malignen Subtyp waren dagegen älter als der Durchschnitt, fast ausschließlich Männer, und sie sprachen schlechter auf Levadopa an. Außerdem waren diese Patienten häufig mit einem atypischen Parkinson-Syndrom fehldiagnostiziert worden.
  • Beim diffus-malignen Typ betrug das Chancenverhältnis HR für Tod 3,65 mit einem 95%-Konfidenzintervall von 1,98 – 6,75 (P

Klinische Bedeutung

Erstmals wurden in dieser Untersuchung für die neu vorgeschlagenen Subtypen der Parkinson-Krankheit Daten über die gesamte Lebenszeit der Patienten von der Diagnose bis zum Tod erhoben. Die Studie bestätigt, dass sich die Parkinson-Krankheit in drei Subtypen unterscheiden lässt, die mit unterschiedlich schnellem körperlichem Zerfall einhergehen, und von denen der diffus-maligne Typ wegen seiner sehr schlechten Prognose herausragt. Ihn zu erkennen und Patienten wie Angehörige darauf vorzubereiten, könnte die Beteiligten bei der Lebensplanung unterstützen.

Finanzierung: National Institute for Health Research University College London Hospitals Biomedical Research Centre.