Kognitive Fähigkeiten mit acht Jahren sind von großer Vorhersagekraft für das Alter

  • Neurology

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Die kognitiven Leistungen im Alter von 8 Jahren sind im hohen Masse mit dem Denkvermögen im Alter assoziiert. Bildung und sozioökonomische Faktoren spielen eine geringere Rolle.

Hintergrund

Möglichst präzise und langfristige Vorhersagen der kognitiven Leistung im Alter sollen es erleichtern, einem drohenden Abbau geistiger Fähigkeitenl durch Interventionsmaßnahmen zu begegnen. Welche klinischen, biologischen, oder anatomisch-pathologischen Parameter solch eine Vorhersage am besten ermöglichen, ist allerdings ungewiss.

Design

Langzeit-Beobachtungsstudie mit 502 britischen Personen, die alle in der gleichen Woche des Jahres 1946 geboren wurden, und mit 8 Jahren sowie mit 70 Jahren bezüglich ihrer Kognition untersucht wurden (Preclinical Alzheimer Cognitive Composite, [PACC] und ein Test für nichtverbales denken). Bei 406 Studienteilnehmern mit normaler Kognition wurden außerdem PET-Scans durchgeführt, um spezifische Alzheimer-assozierte Proteinablagerungen (ß-Amyloid, Aß) nachzuweisen; und es wurde das Hirnvolumen, Hyperintensitäten der Weißen Substanz und die Anwesenheit des wichtigsten genetischen Risikofaktors (APOE4) erfasst.

Ergebnisse

  • Die kognitiven Fähigkeiten im Alter von 8 Jahren zeigten eine starke Assoziation mit dem Abschneiden beim PACC mehr als 60 Jahre später – und zwar unabhängig von der Ausbildung und sozioökonomischen Status.
  • ß-Amyloid-Ablagerungen waren mit schlechterem nicht-verbalen Denken assoziiert.
  • Bei kognitiv normalen Teilnehmern waren Aß-Positivität und die Hyperintensitäten der Weißen Substanz unabhängig voneinander mit schlechteren Werten beim PACC assoziiert.
  • Aß-Positivität und die Hyperintensitäten der Weißen Substanz waren beide nicht assoziiert mit: dem Geschlecht, der Kognition in der Kindheit, der Ausbildung und den sozioökonomischen Verhältnissen der Probanden.

Klinische Bedeutung

Angesichts einer Vielzahl ähnlicher Studien wird der Stellenwert unterschiedlicher Prädiktoren der Kognition im Alter immer deutlicher. Dass die Kognition in der Kindheit, die Bildung und der sozioökonomischen Status unabhängig voneinander mit der Kognition um das 70ste Lebensjahr assoziiert sind, sollte bei der Interpretation spät gewonnener kognitiver Daten bedacht werden. Um diese Aufgabe zu erleichtern, stellen die Autoren mit ihrer Arbeit normative Daten für 339 kognitiv normale, Aß-negative Teilnehmer zu Verfügung.

Finanzierung: Alzheimer´s Research UK, Medical Research Council Dementias Platform UK, Wolfson Foundation, Brain Research UK.