Könnte künftig Julias Romeo wirklich ein Roboter sein?


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Smalltalk
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Kernbotschaften

Systeme und Anwendungen, die auf Künstlicher Intelligenz (KI) basieren, sind schon heute vielfach Teil unseres Lebens: Industrieroboter, die schwere oder eintönige Arbeiten übernehmen oder smarte Computer, die in kurzer Zeit riesige Datenmengen verarbeiten können, und virtuelle Assistenzsysteme, die zu unseren alltäglichen Begleitern geworden sind. Vor allem junge Menschen glauben sogar, dass es zukünftig normal sein wird, sich in Maschinen mit Künstlicher Intelligenz zu verlieben. Ergeben hat diese eine repräsentative Befragung der Gesellschaft für Informatik. 

Die Mehrheit ist ungläubig

Im Mittel seien es 21 Prozent der befragten Personen gewesen, die glaubten, eine solche „Beziehung“ werde in Zukunft normal sein, teilt die Gesellschaft mit. In Ostdeutschland liege der Wert etwas höher, hier sei es jeder Vierte (25 %). Am häufigsten könnten sich junge Menschen echte Romantik zwischen intelligenten Robotern und Menschen vorstellen. Unter den 15- bis 29-Jährigen denke jeder Dritte (29 %), dass Liebesbeziehungen zwischen Mensch und KI zukünftig zur Normalität werden. Knapp zwei Drittel gaben an, dass sie nicht an eine zukünftige Normalität von Liebesbeziehungen zwischen Menschen und humanoiden Robotern glauben.

Ein Viertel derjenigen, die an die Liebe zwischen Mensch und Maschine glaubten, sieht das der Umfrage nach bereits in weniger als zehn Jahren zur Normalität werden. Sogar jeder Zweite (56 %) gehe davon aus, dass dies in weniger als 30 Jahren eintreten werde. 12 Prozent der Umfrage-Teilnehmer machten entweder keine Angaben oder gaben an, dass ihrer Ansicht nach es nie normal sein werde, sich als Mensch in eine „intelligente“ Maschine bzw. in einen humanoiden Roboter zu verlieben.

Die Bevölkerungsumfrage stützte sich auf insgesamt 1283 direkte Interviews (Face-to-Face-Interviews) mit einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung ab 16 Jahre. Sie wurde im Auftrag der Gesellschaft für Informatik e.V. durch das Institut für Demoskopie Allensbach im Mai 2019 durchgeführt.

KI eher Romeo oder Julia?

Eine im Zeitalter der Genderforschung natürlich unumgängliche Frage ist die, welches Geschlecht Menschen der KI zuweisen. Dieser Frage ist die Gesellschaft für Informatik in einer anderen repräsentativen Allensbach-Umfrage nachgegangen.Das Ergebnis: Zwar weist eine Mehrheit der Deutschen KI noch kein Geschlecht zu, rund ein Fünftel der Befragten nehmen KI-Maschinen aber als „eher männlich“ (19,3 %) wahr. Das sind fast sechsmal so viele Menschen, wie die, die KI als „eher weiblich“ (3,5 %) einordnen. Ein Ungleichgewicht, das sich durch die gesamte Bevölkerung zieht, egal ob alt oder jung, Mann oder Frau, Ost oder West. Lediglich eine Ausnahme zeigen die Daten: Bei Science-Fiction-Kennern liegt der Wert derjenigen, die KI als „eher weiblich“ einordnen, mit 7,2 % doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung.