Knotenpositives invasives Karzinom: adjuvante besser als neoadjuvante Chemotherapie

  • Tamirisa N & al.
  • J Surg Oncol
  • 06.05.2019

  • von Miriam Davis, PhD
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Patientinnen mit invasivem lobulärem Mammakarzinom (ILC) werden eher mit größeren Tumoren vorstellig als Patientinnen mit invasivem duktalem Karzinom. Daher wird ihnen auch häufiger eine neoadjuvante Chemotherapie (NACT) als eine adjuvante Chemotherapie (ACT) empfohlen.
  • In dieser großen Kohorte hatten Patientinnen mit knoten+ ILC im Frühstadium, die eine NACT erhielten, ein um 38 % schlechteres 10-jähriges Gesamtüberleben (OS) als ACT-Empfängerinnen.

Warum das wichtig ist

  • Bestätigen sich diese Ergebnisse, spricht dies dafür, dass eine ACT für diese Population die bessere Lösung ist.

Studiendesign

  • Retrospektive Kohorte von 15.573 Patientinnen mit ILC im Stadium cT1–4c, cN1–3 aus der US National Cancer Data Base (2004–2013), von denen 35,6 % eine NACT erhalten hatten.
  • Finanzierung: NIH.

Wesentliche Ergebnisse

  • Empfängerinnen von NACT (vs. von ACT) hatten ähnliche Raten einer pT3/4-Krankheit (26,6 % bzw. 26,2 %), eine ähnliche Anzahl befallener (median 3 vs. 4) und untersuchter Lymphknoten (median 13 vs. 14), aber höhere Raten einer Mastektomie (81,8 % vs. 74,5 %; p 
  • Nur 3,4 % der NACT-Patientinnen entwickelten ein pathologisches Komplettansprechen (pCR).
  • NACT-Empfängerinnen hatten eine niedrigere, unangepasste 10-jährige OS-Rate (54,4 % vs. 65,1 % mit ACT; p 
  • NACT-Empfängerinnen hatten ein um 38 % schlechteres adjustiertes 10-jähriges OS (adjustierte HR: 1,38; 95 %-KI: 1,25–1,52).

Einschränkungen

  • Retrospektives Design als Beobachtungsstudie.
  • Für ACT-Empfängerinnen wurde das pCR nicht angegeben.
  • Die Datenbank enthält keine Informationen zu Rezidivraten oder zum brustkrebspezifischem Überleben