Knochenmineraldichte: Abnahme nach prophylaktischer Salpingo-Oophorektomie

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  • von Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Eine retrospektive Kohortenstudie an Frauen mit einer Brustkrebsgen-Mutation zeigt, dass eine prophylaktische bilateraler Salpingo-Oophorektomie mit einem postoperativen Knochenverlust verbunden ist, insbesondere bei Frauen, die zum Zeitpunkt der Operation prämenopausal waren. Wissenschaftler fordern nun gezielte Behandlungsstrategien, die unter anderem die routinemäßige Beurteilung der Knochenmineraldichte und den Einsatz von Hormontherapien zur Verbesserung der Knochengesundheit in dieser Risikogruppe einschließen.

Hintergrund

Träger einer Brustkrebsgen-Mutation (BRCA1 oder BRCA2) haben ein hohes lebenslanges Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken. Eine risikoreduzierende beziehungsweise prophylaktische bilaterale Salpingo-Oophorektomie wird jungen Personen empfohlen, da für diese Hochrisikopopulation derzeit keine wirksamen Screening- oder anderweitige Präventionsmöglichkeiten bestehen.

Um die Auswirkungen einer präventiven Oophorektomie auf die Knochenmineraldichte bei Personen mit einer BRCA-Mutation zu untersuchen, haben Forschende der Universität Toronto eine retrospektive Kohortenstudie durchgeführt.

Studie

In dieser Kohortenstudie haben 95 Frauen mit einer BRCA-Mutation an einer präventiven bilaterale Salpingo-Oophorektomie teilgenommen. Vor und nach der Operation wurde die Knochenmineraldichte mittels Dual-Energy-Röntgenabsorptiometrie gemessen. Die jährliche Änderung der Knochenmineraldichte wurde für die folgenden 3 anatomischen Stellen berechnet: (1) Lendenwirbelsäule, (2) Schenkelhals und (3) Gesamthüfte.

Die Ergebnisse zeigten deutlich, dass eine bilaterale Salpingo-Oophorektomie mit einem Rückgang der Knochenmineraldichte verbunden war. Der Verlust der Knochenmineraldichte trat am deutlichsten bei Frauen auf, die vor der Menopause operiert wurden. Die Anwendung einer Hormontherapie war mit einem geringeren Knochenverlust verbunden.

Obwohl diese Ergebnisse durch die geringe Stichprobengröße begrenzt sind, unterstützen sie gezielte Behandlungsstrategien zur Aufrechterhaltung der Knochengesundheit in dieser Risikopopulation.

Finanzierung: Canada Research Chair, Canadian Institutes of Health Research