Knochendichte bei jungen Radsportlern trotz Krafttrainings vermindert


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Radfahren ist zwar gut für das Herzkreislauf-System. Aber für die Knochenstärke ist Radfahren womöglich nicht so gut. So hatten in der vorliegenden Studie Elite-Straßenradfahrer trotz Krafttrainings der unteren Extremitäten eine geringere Knochendichte als Mittel- und Langstreckenläufer. Dies galt für Frauen und Männer.

Hintergrund

Die Knochendichte und -stärke hängen unter anderem von den Kräften ab, die auf den Knochen wirken. Bei Sportarten wie Schwimmen und Radfahren sind diese Kräfte geringer als beim Laufen bzw. Joggen. In der vorliegenden Studie wurde nun untersucht, ob sich die Knochendichte von norwegischen Elite-Radrennfahrern und und Mittel- sowie Langstreckenläufern unterscheiden.

Design

An der kleinen norwegischen Studie nahmen 11 Läuferinnen und 10 Läufer sowie 7 norwegische Elite-Straßenradfahrerinnen und 12 Elite-Straßenradfahrer teil. Als Mittelstreckenläufer galten Athleten, die Strecken von 800 bis 3000 Meter absolvierten; Strecken über 3000 Meter galten als Langstrecken. Die Probanden waren 18 bis 35 Jahre alt. (Läufer waren im Mittel 25,4 Jahre alt, die Radfahrer 24,0). Mittels DXA (Dual-energy X-ray absorptiometry) wurde die BMD des gesamten Körpers, des Schenkelhalses und der lumbalen Wirbelsäule gemessen. Als niedrige BMD galt ein Z-Score von ≤ −1 an einem oder mehreren Messpunkten. Die Probanden wurden außerdem mit Hilfe eines Fragebogen zu mehreren relevanten Parametern wie der Ernährung, Kalzium-Aufnahme und Training befragt.

Hauptergebnisse

  • Die Radfahrer hatten an allen Messorten eine geringere Knochendichte als die Läufer. 
  • Bei keinem Läufer wurde eine geringe Knochendichte (Z-Score ≤−1) festgestellt.
  • Zehn der 9 Radfahrer hatten trotz Krafttrainings der Beine eine geringe Knochendichte (Z-Score ≤−1).
  • Eine geringe Knochendichte war nicht auf die Frauen beschränkt.
  • Die Sportart war der einzige Parameter, der statistisch signifikant mit einer geringen Knochendichte assoziiert war. 

Klinische Bedeutung

Eine geringe Knochendichte mit einem Z-score −1 ist keine Erkrankung. Gleichwohl sollten Radsportler mit geringer BMD engmaschig kontrolliert werden. Darüber hinaus werfe die Studie die Frage auf, ob bei dieser speziellen Population gezielte Maßnahmen ergriffen werden, um die Knochendichte zu erhöhen. Eine im Praxisalltag eher relevante Frage ist die, ob Patienten mit bereits verminderter Knochendichte vom regelmäßigen Radeln als Freizeitsport abgeraten werden sollte. Möglicherweise sollten diese Patienten Joggen, Wandern und Nordic Walking bevorzugen. 

Finanzierung: Nach Angaben der Autoren gab es für die Studie keine Fördermittel.