Klinische Relevanz von inzidenteller Lungenembolie bei Patienten mit Krebs


  • Dawn O'Shea
  • Univadis Medical News
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Bei Krebspatienten mit inzidenteller Lungenembolie (LE) ist das Risiko für rezidivierende venöse Thromboembolie (VTE) trotz Antikoagulationstherapie signifikant, besagt eine im Journal of Clinical Oncology veröffentlichte Studie.

Die Zufallsdiagnose einer LE erfolgt bei bis zu 5 % der Patienten mit Krebs bei routinemäßigen Bildgebungsscans. Jedoch sind die klinische Relevanz und optimale Therapie bei inzidenteller LE, insbesondere bei distalen Blutgerinnseln, unklar.

Diese internationale, prospektive, beobachtende Kohortenstudie umfasste 695 Erwachsene mit aktivem Krebs und einer kürzlichen Diagnose von inzidenteller LE. Endpunkte waren rezidivierende VTE, größere Blutungen und die Gesamtmortalität während einer 12-monatigen Nachbeobachtung.

Die häufigsten Krebsarten waren Kolorektal- (21 %) und Lungenkrebs (15 %).

Eine Therapie mit Therapie mit Antikoagulanzien wurde bei 675 Patienten (97 %) eingeleitet, von denen 600 (89 %) mit niedermolekularem Heparin behandelt wurden.

Zu einer rezidivierenden VTE kam es bei 41 Patienten (kumulative 12-Monatsinzidenz: 6,0 %; 95 %-KI: 4,4 %–8,1 %), zu einer größeren Blutung bei 39 Patienten (kumulative 12-Monatsinzidenz: 5,7 %; 95 %-KI: 4,1 %–7,7 %), und 283 Patienten verstarben (kumulative 12-Monatsinzidenz: 43 %; 95 %-KI: 39 %–46 %).

Die Autoren schlossen daraus, dass bei Krebspatienten mit inzidenteller LE trotz Antikoagulationstherapie ein hohes Risiko für rezidivierende VTE besteht, was die aktuelle Leitlinienempfehlung zur Behandlung von inzidenteller LE als symptomatische LE für mindestens drei bis sechs Monate untermauert.