Klinische Phase-I-Studie: Erste Probanden am UKE haben Impfstoff gegen COVID-19 erhalten

  • Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

  • von Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) wurde mittlerweile sechs Probanden im Rahmen einer klinischen Phase-I-Studie der Impfstoff MVA-SARS-2-S gegen COVID-19 injiziert, gab das Klinikum am Freitag in einer Pressemitteilung bekannt. Ende September hatte das UKE die Genehmigung vom Paul-Ehrlich-Institut für den Start der klinischen Prüfung des Vektor- Impfstoffes erhalten.

80 Probanden zwischen 18 und 55 Jahren

Der Impfstoff wurde nach Angaben des UKE von Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) und der IDT Biologika GmbH entwickelt und wird jetzt im Rahmen der klinischen Phase I auf seine Sicherheit, Verträglichkeit und spezifische Immunantwort gegen den Erreger untersucht. Insgesamt sollen 30 Menschen im Alter von 18 bis 55 Jahren am UKE geimpft werden.

Studie läuft bislang planmäßig

„Bisher verlief alles erwartungsgemäß und nach Plan“, sagt Prof. Dr. Marylyn Addo, Leiterin der Infektiologie des UKE, die als verantwortliche Prüfärztin die klinische Studie leitet. Laut UKE erhalten die Probanden zwei Impfungen mit aufsteigender Dosierung im Abstand von vier Wochen und werden nach den Impfungen jeweils einige Stunden ärztlich überwacht. An den Tagen nach den Impfungen sowie im Verlauf der folgenden sechs Monate müssen die Probanden regelmäßig zu ambulanten Nachuntersuchungen kommen, um die Verträglichkeit des Impfstoffs, mögliche Nebenwirkungen sowie die Immunantwort anhand von Blutuntersuchungen und Befragungen zu überprüfen, teilte das Universitätsklinikum mit. Parallel dazu werde die Bildung von Antikörpern und T-Zellen im Körper gemessen und diese mit der Immunreaktion von genesenen COVID-19-Patienten verglichen.

Zahl der Corona-Neuinfektionen erneut sprunghaft angestiegen

Indessen ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem SARS-CoV-2 in Deutschland innerhalb eines Tages erneut sprunghaft angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) haben die Gesundheitsämter am Freitag 7334 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages registriert. Am Vortag war mit 6638 neuen Fällen der bislang höchste Wert seit Beginn der Pandemie verzeichnet worden. Auch die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen nimmt zu. Laut RKI wurden gestern 655 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 329 davon wurden beatmet.