Klimawandel und Hitze bedrohen immer mehr Menschen


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Der Klimawandel bedroht Gesundheit, Leben und ökonomische Sicherheit von weltweit immer mehr Menschen. 

Hintergrund

Große Hitze aufgrund der globalen Erderwärmung sei für die Menschheit eine wachsende tödliche Bedrohung, der kaum zu entgehen sei, berichteten 2017 Forscher um Dr. Camilo Mora (Universität von Hawaii in Honolulu) im Fachmagazin „Nature Climate Change". Laut Klimaforscher Mora sind gegenwärtig rund 30 Prozent der Weltbevölkerung an wenigstens 20 Tagen im Jahr potenziell tödlicher Hitze ausgesetzt. 2100 könnten es sogar 48 Prozent und mehr sein, selbst dann, wenn die Treibhausgas-Emissionen drastisch reduziert würden. 

Welche Folgen extreme Hitze haben kann, ist in Europa und auch Deutschland im „Jahrhundert-Sommer“ 2003 deutlich geworden: In Europa seien mehr als 50 000 und in Deutschland etwa 5000 Menschen zusätzlich an den Folgen der Hitzebelastung gestorben, zum Beispiel an Herzschlag, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und renalen Erkrankungen, so Dr. Maxie Bunz und Dr. Hans-Guido Mücke vom Umweltbundesamt in Berlin („Bundesgesundheitsblatt“).

Design

Um den Klimawandel und seine Folgen für die weltweite Bevölkerung kontinuierlich zu verfolgen, ist das Projekt „The Lancet Countdown: Tracking Progress on Health and Climate Change" ins Leben gerufen worden. Für das Projekt haben sich untern anderem die Vereinten Nationen und 27 führende Forschungseinrichtungen zusammengetan. Beteiligt sind zum Beispiel Klimawissenschaftler, Mediziner, Ökologen, Mathematiker, Ingenieure, Ökonomen, Sozial- und Politikwissenschaftler.

Hauptaussagen 

  • Nach Angaben der Wissenschaftler stieg die Zahl der durch Hitze gefährdeten Menschen, die einer Hitzewelle ausgesetzt waren, zwischen 2016 und 2017 um 18 Millionen. Im Vergleich zum Jahr 2000 waren sogar rund 157 Millionen mehr Menschen betroffen. 
  • Stark gefährdet sind vor allem alte Menschen und Patienten mit chronischen Erkrankungen.
  • Besonders groß ist das Risiko, wenn diese Menschen in Städten leben, zumal die Temperaturen vor allem in Regionen mit großer Bevölkerungsdichte steigen. Von 1986 bis 2017 stieg sie in solchen Regionen um durchschnittlich 0,8 Grad Celsius, weltweit dagegen nur um 0,3 Grad Celsius.
  • Die Hitze geht in den Städten mit einer großen Luftverschmutzung einher. 
  • Wie schon viele andere Forscher zuvor weisen auch die Wissenschaftler des aktuellen Berichts darauf hin, dass sich mit den steigenden Temperaturen auch tropische Erreger nach Europa ausbreiten.
  • Der Klimawandel und die Erderwärmung haben enorme ökonomische Folgen: So führte die Erwärmung dazu, dass immer mehr Arbeitsstunden hitzebedingt ausfallen. 2017 waren es 153 Milliarden Stunden weltweit, 62 Milliarden mehr als im Jahr 2000. 
  • 2017 führten 712 extreme Wetterereignisse zu einem globalen Verlust von 326 Milliarden US-Dollar (rund 288 Millionen Euro), beinahe dreimal so viel wie im Jahr davor.

Bedeutung

Kenntnis und Verstehen des Klimawandels sind die Voraussetzungen dafür, gezielt wirksame Gegenmaßnahmen einzuleiten, um so Gesundheit und auch Wohlstand vieler Menschen zu sichern. 

Finanzierung: Wellcome Trust