Kindervorsorge: Teilnahme an U-Untersuchungen liegt über 95 Prozent


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Die Akzeptanz der Kindervorsorge ist deutlich höher als dies für die Früherkennungsuntersuchungen im Erwachsenenalter der Fall ist. Darauf macht die Stiftung Kindergesundheit in einer aktuellen Stellungnahme aufmerksam. Nach den Daten der großen bundesweiten Untersuchung zur Kindergesundheit „KiGGS Welle 2“ liegen die Teilnahmequoten an den meisten Früherkennungsuntersuchungen bei über 95 Prozent.

U-Untersuchungen ermöglichen rechtzeitige Diagnose

Unsere Früherkennungsuntersuchungen sind ein Meilenstein der Prävention“, sagt Kinder- und Jugendarzt Professor Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. „Sie sind wichtig, damit mögliche Krankheiten bereits früh erkannt und entsprechend behandelt werden. Dann sind die Aussichten auf eine Heilung oft besonders groß.“ So werde etwa jeder fünfte Fall einer kindlichen Entwicklungsstörung bei einer Vorsorgeuntersuchung entdeckt.

Die U-Termine im ersten Lebensjahr fördern vor allem organische Fehlbildungen wie Hüftgelenksanomalien, zerebrale Bewegungsstörungen, Fehlbildungen des Herzens und der Harnorgane zutage. In den höheren Altersstufen entdecken die Ärzte vor allem Sprach- und Sprechstörungen, Entwicklungsstörungen, Schielen, Bewegungsstörungen und intellektuelle Defizite.

Akzeptanz hat zugenommen außer bei Jugendlichen

So haben an der U1 und U2 99,7 Prozent beziehungsweise 99,6 Prozent und an der U8 und U9 98,0 Prozent beziehungsweise 98,1 Prozent der Kinder teilgenommen. Der Vergleich mit den vorausgegangenen KiGGS-Erhebungen zeigt, dass die Teilnahme an den Früherkennungsuntersuchungen in den letzten zehn Jahren deutlich zugenommen hat. Gleichzeitig haben sich die früher stark ausgeprägten sozialen Unterschiede verringert.

Anders bei den Teenagern: Die allen Heranwachsenden vom 12. bis zum 15. Lebensjahr angebotene Jugendgesundheitsuntersuchung J1 wird von der Mehrzahl der Teenager nicht wahrgenommen. Dabei werden laut Stiftung gerade bei dieser Untersuchung öfter einige bis dahin unerkannte gesundheitliche Probleme entdeckt. Dazu gehören zum Beispiel Erkrankungen der Schilddrüse, der Geschlechtsorgane oder die Skoliose.

Bayern hat deshalb mit Beteiligung der Stiftung Kindergesundheit eine mediale Informationskampagne unter dem Motto „Dein Ticket zur J1“ ins Leben gerufen. Die crossmediale Kampagne bietet mit einer eigenen Website speziell auf die Altersgruppe zugeschnittenen Informationsmaterialien.