Kinderintensivpflege: Kinderherzzentren melden besorgniserregenden Notstand

  • Aktionsbündnis Angeborene Herzfehler (ABAHF) / Deutsche Herzstiftung e.V.

  • Dr. Carola Krause
  • Gesundheitspolitik
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Kernbotschaft

Das Aktionsbündnis Angeborene Herzfehler (ABAHF) appelliert an die Bundesregierung, Maßnahmen zu ergreifen, um den momentan vorherrschenden Pflegekräftemangel in deutschen Kinderherzzentren zu thematisieren und schnellstmöglich zu normalisieren.

Hintergrund

In deutschen Kinderherzkliniken kommt es jährlich zu über 23.300 Klinikaufnahmen für die Behandlung von angeborenen Herzfehlern. Den Patienten stehen während des Krankenhausaufenthalts kinderkardiologisches und kinderherzchirurgisches Intensivpflegepersonal zur Seite. Diese haben ein fundiertes Fachwissen und viel Erfahrung, um den hohen Ansprüchen an die Versorgung schwerstkranker Neugeborener, Kinder und Jugendlicher gerecht zu werden.

Aufgrund des Pflegekräftemangels müssen momentan im Schnitt 30 Prozent der Betten gesperrt werden. Dies wird auf die bereits vor Jahren erfolgte Reduzierung von Ausbildungsplätzen in der Kinderkrankenpflege zurückgeführt. Die aktuelle Belastung wirkt sich massiv auf den klinischen Alltag aus. Nicht besetzbare Planstellen führen zu unbelegten Intensivbetten und unsicheren Operationsplanungen. Dies belastet die Krankenhäuser, das Klinikpersonal und insbesondere die Patienten mit ihren Familienangehörigen.

Wie mit der Situation umgehen?

Der Pflegenotstand führt nicht zu einer Abweisung von Kindern, die mit kritischen Herzerkrankungen auf die Intensivstation kommen. Allerdings müssen weniger dringliche Operationen dementsprechend verschoben werden. Ein Model zur Verbesserung der Situation sind die Einrichtung von Intermediate-Care-Stationen. Dies sind hochleistungsfähige Zwischenstationen, die eine frühzeitiger Verlegung der Patienten von der Intensivstation ermöglichen um so Intensivbetten optimal nutzen zu können. Entscheiden sei es aber, die Ausbildung und Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals zu verbessern

„Task Force Notfall Kinderintensivpflege“

Um den zahlreichen herzkranken Kindern und deren Familien angesichts des Pflegenotstands eine Stimme zu verleihen, gründete sich im Frühjahr 2018 die „Task Force Notfall Kinderintensivpflege“.  Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wurde daraufhin aufgefordert die Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte zu verbessern. Im April hat nun der Gemeinsame Bundesausschuss beschlossen, die „Richtlinie Kinderherzchirurgie“ dahingehend zu ändern, dass nun ein erforderliches Verhältnis von mindestens einer Pflegekraft je zwei Patientinnen oder Patienten vorgegeben ist.