Kinder zwischen 5 und 14 Jahren sterben in Europa am häufigsten bei Unfällen


  • Susanne Kressenstein
  • Medizinische Nachrichten
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Die Sterblichkeit von Kindern ist in Europa in den letzten 28 Jahren deutlich zurückgegangen, so das Ergebnis einer Studie, welche die Todesursachen von Kindern evaluierte. Untersucht wurden die Sterbeursachen von Kindern, aufgegliedert in die Altersgruppe von 5 bis 9 und von 10 bis 14 Jahren in den Jahren 1990 bis 2016 in ganz Europa inklusive den Ländern der ehemaligen Sowjetunion (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten).

Die Gesamtmortalität für Kinder von 5 bis 9 gerechnet auf 100.000 Einwohner ging in den Jahren 1990 bis 2016 von 46,3 auf 19,5 zurück. Dies bedeutet ein Rückgang um rund 58 Prozent. Bei älteren Kinder zwischen 10 und 14 sank die Gesamtsterblichkeitsrate im selben Zeitraum von 37,9 auf 20,1. Dies entspricht einem Rückgang um 47 Prozent.

Die Zahl der Todesfälle im Jahr 2016 wird bei den kleineren Kindern auf rund 10.740 geschätzt, bei den älteren auf 10.280. Rund vier von zehn Kinder kommen bei Verkehrsunfällen, durch Ertrinken oder aufgrund anderer Verletzungen zu Tode. An Krebserkrankungen verstirbt in etwa jedes fünfte Kind. Rund 200 Kinder im Alter von 5 bis 9 und 270 Kinder von 10-14 starben laut den Angaben 2016 an den Folgen von Gewalt. Hier dürfte die Dunkelziffer sicherlich weitaus höher liegen.

Auffallend sind deutliche regionale Unterschiede. In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion starben doppelt so viele Kinder an Leukämie wie in den 15 Ländern der Europäischen Union, die bereits vor Mai 2004 beigetreten sind. Dies liegt daran, dass es im Osten häufig keine für die Familien erreichbaren spezialisierten Behandlungszentren gibt. An Infektionen der unteren Atemwege sterben dort sogar 20 Mal mehr Kinder als in diesen 15 EU-Ländern. Die Autoren vermuten, dass dies an einer mangelnden Durchimpfung liegen könnte.