Keine Steuer und Sozialabgaben auf Weiterbildung


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Münster (pag) – Sind die Kosten für Fortbildungen, die Praxen für ihre Angestellten übernehmen, steuerpflichtiger Arbeitslohn? Nein, findet das Finanzgericht Münster.

Fort- und Weiterbildungen sind wichtig. Für Ärzte sind sie ohnehin vorgeschrieben. Viele Praxen schicken aber auch ihre Medizinischen Fachangestellten in Seminare und auf Lehrgänge, nicht nur um bestimmte EBM-Leistungen abrechnen zu können, sondern auch um die Qualität der Patientenbetreuung verbessern und den Mitarbeitern attraktive Arbeitsbedingungen bieten zu können. 

Das Finanzgericht Münster hat die bisherige Rechtsprechung bestätigt, dass die Übernahme von Fort- und Weiterbildungskosten nicht als steuerpflichtiges Arbeitsentgelt anzusehen ist. Das heißt, auf den Betrag sind weder Lohnsteuer noch Sozialabgaben abzuführen. Voraussetzung ist, dass die Weiterbildung überwiegend im eigenbetrieblichen Interesse erfolgt (Finanzgericht Münster, Az. 13-K-3218/13-L).

Ein überwiegend eigenbetriebliches Interesse liegt nach den schon ergangenen Urteilen beispielsweise dann vor, wenn vorhandene Kenntnisse der Angestellten aktualisiert, vertieft oder ergänzt werden oder das neue Wissen dazu eingesetzt werden kann, Arbeitsabläufe neu zu strukturieren. Die Rechtsprechung wertet es zudem als Indiz für das eigenbetriebliche Interesse, wenn die Fortbildung wenigstens teilweise auf die Arbeitszeit angerechnet wird. Ob die der Lehrgang am Arbeitsplatz oder außerhalb der Praxis durchgeführt wird, spielt im Übrigen keine Rolle. Trägt der Arbeitnehmer die Kosten für die Weiterbildung, kann er diese als Werbungskosten steuerlich geltend machen.

In dem Fall, der vom Finanzgericht Münster entschieden wurde, hatte eine Spedition für ihre Lkw-Fahrer die Fortbildungskosten übernommen, weil sie tarifvertraglich dazu verpflichtet war. Betriebsprüfer sahen die Vorteile weniger auf Seiten der Spedition, sondern mehr auf Seiten der Berufskraftfahrer, die nach einer Verordnung zu Fortbildungen verpflichtet sind, wenn sie ihren Lkw-Führerschein behalten wollen.