KBV: Zu viel Bürokratie belastet die Praxen

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Berlin (pag) – Die angeblich überbordende Bürokratie im Gesundheitswesen ist der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ein Dorn im Auge. Praxen würden heute einen zu großen Anteil an Arbeitszeit mit der Erledigung von Verwaltungsaufgaben verbringen. In der Konsequenz fordert sie einen gesetzlich verordneten Bürokratieabbau um 25 Prozent.

„Für die Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten stellt die überbordende Bürokratie nicht nur ein großes Ärgernis dar, sie kostet einfach auch viel zu viel Zeit“, kritisiert KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel in einer Pressemitteilung. Pro Praxis müssten jedes Jahr durchschnittlich 60 Arbeitstage für reine Verwaltungsaufgaben eingeplant werden. Kriedel befürchtet, „dass das Terminservice- und Versorgungsgesetz mit seinen vielen regulatorischen Vorgaben den Verwaltungsaufwand weiter erhöhen“ könne. „Dann hätten die Ärzte am Ende noch weniger Zeit für ihre Patienten – trotz verordneter Mehrarbeit“, sagt Kriedel.

Die KBV fordert daher langfristig einen Bürokratieabbau von 25 Prozent. Dieses Abbauziel solle laut dem KBV-Vorstandsmitglied zufolge gesetzlich verankert werden und damit für alle Beteiligten gelten. In der Folge stünden den niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten pro Jahr zusätzlich rund 13,5 Millionen Stunden für die Versorgung der Patienten zur Verfügung.

Bereits im Oktober letzten Jahres hatte die KBV eine Untersuchung vorgestellt, wonach insgesamt 54,16 Millionen Arbeitsstunden pro Jahr in den bundesweit etwa 164.000 Praxen von niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten für die Bewältigung administrativer Aufgaben aufgewendet wird. Umgerechnet entspreche dies jährlich den genannten 60 Arbeitstagen für jede Praxis, so das Fazit der Studie. „Eigentlich müsste jeder Arzt seine Praxis mindestens einen Tag in der Woche zusperren, damit der Papierkram erledigt werden kann“, so die KBV-Spitze damals. 90 Prozent der angestellten Ärzte wollten sich zudem nicht niederlassen, weil ihnen die Belastung durch die Bürokratie zu hoch sei, hieß es.

Für September plant die KBV ein Symposium zum Thema.