KBV: Ziel für Bürokratieabbau festlegen


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Berlin (pag) – Die Bürokratie im Gesundheitswesen ist der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ein Dorn im Auge: Praxen würden heute einen zu großen Anteil an Arbeitszeit damit verbringen. Auf einem Symposium zum Thema in Berlin fordert sie einen Bürokratieabbau um 25 Prozent, kann sich mit dem GKV-Spitzenverband aber nicht auf ein gemeinsames Abbauziel einigen. 

Der bürokratische Aufwand für Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten sei zu hoch und im Vergleich zum Vorjahr nicht weniger geworden, kritisiert KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel. 7,4 Stunden seien es bei den Ärzten pro Woche, sieben Stunden bei den Therapeuten, wie es Zahlen aus dem noch unveröffentlichten KBV-Ärztemonitor 2018 belegen. Befürchtungen vor einer überbordenden Bürokratie hindere laut Umfrage auch junge Ärzte an einer Niederlassung – sie komme gleich nach dem Investitionsrisiko und vor der Regressgefahr auf Platz zwei. Den Krankenkassen entstünden durch Bürokratie zudem 2,4 Milliarden Euro an Kosten im Jahr. Kriedel befürchtet ferner, dass das Terminservice- und Versorgungsgesetz den Verwaltungsaufwand weiter erhöhen wird. Allein schon durch die Überprüfung der Mindestsprechstundenzeiten sei zusätzliche Verwaltungsarbeit vorprogrammiert. 

Die KBV fordert daher einen Bürokratieabbau von 25 Prozent. Alle wichtigen Player der Selbstverwaltung müssten sich zu einem gemeinsamen Bürokratieabbauziel bekennen, um zu tatsächlichen Ergebnissen zu kommen. Auch die Bildung eines Gremiums zum Bürokratieabbau schlägt Kriedel vor. Dieses könne alle Akteure mit einbeziehen und biete eine Plattform zum regelmäßigen Austausch. „Mit einem konkreten Ziel verpflichtet man sich und zeigt, dass man es ernst meint. Es führt zu mehr Druck im System, denn die Zahlen können wir der Regierung vorlegen“, sagt Dr. Johannes Ludewig, Vorsitzender des Nationalen Normenkontrollrats. 

Johann-Magnus Freiherr von Stackelberg, Vize-Chef des GKV-Spitzenverbands, signalisiert Gesprächsbereitschaft, kann sich aber mit einem Abbauziel nicht anfreunden. „Das muss ein permanenter Austauschprozess werden. Ein Gremium brauchen wir aber nicht. Man sieht sich heute schon regelmäßig. Das können wir so schaffen“, sagt er.