KBV fordert Reaktivierung der Telefon-AU

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Berlin (pag) – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) will die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) per Telefonat wieder zurück. Neben Fiebersprechstunden, eigenen Covid-19-Einrichtungen und Schwerpunktpraxen sei dies ein Mittel, um angesichts der aktuellen Corona-Herausforderungen schneller agieren zu können, sagt KBV-Vorstandschef Dr. Andreas Gassen.

 

„Wir werden uns im Gemeinsamen Bundesausschuss dafür starkmachen, dass wieder die Möglichkeit der telefonischen AU eingeführt wird“, kündigt der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister an. In der jüngsten Sitzung des Gremiums kam das Thema allerdings noch nicht zur Sprache. Das nächste Mal kommt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am 15. Oktober zusammen.

Die Möglichkeit der Telefon-AU habe die Praxen bereits im März und April erheblich entlastet, sagt Gassen. Grundsätzlich setze sich die KBV für regionale Lösungen ein. „Denn die Anforderungen und Behandlungsoptionen in der ländlichen Fläche stellen sich anders dar als in der Großstadt“, meint Gassen. Die telefonische AU könne helfen, bei regionalen Fallzahlsteigerungen und Überschneidungen der Symptome der mit Herbst und Winter einhergehenden Erkältungskrankheiten sowie einer eventuellen Grippewelle schneller agieren zu können. Laut KBV werden zurzeit 95 Prozent der Corona-Patienten ambulant behandelt.

Der G-BA verweist auf seinen Grundlagenbeschluss vom 17. September. Corona-Ausnahmeregelungen, zu denen die Telefon-AU zählt, können demnach „räumlich begrenzt und zeitlich befristet durch einen gesonderten Beschluss des G-BA kurzfristig in Kraft gesetzt werden“. Der Antrag der KBV zur Telefon-AU sei eingegangen und werde ins Beratungsverfahren der nächsten Plenumssitzungen eingefügt.