Katheter-Eingriff bei Aortenklappen-Stenose: Koronarverschluss selten, aber oft tödlich


  • Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Der Verschluss einer Koronararterie nach TAVR ist zwar eine sehr seltene Komplikation bei Aortenklappen-Ersatz, sie geht allerdings mit einer hohen Klinik-Mortalität einher.

Hintergrund

Die kathetergestützte Klappen-Implantation bei einer Aortenklappen-Stenose hat sich in den vergangenen Jahren als eine gute Methode erwiesen, Patienten erfolgreich zu behandeln, deren Operations-Risiko für einen konventionellen offenen Eingriff zu groß ist. Inzwischen gilt der Katheter-Eingriff (TAVR: transcatheter aortic valve replacement) auch als eine Option für Patienten mit mittlerem Operations-Risiko. Wie bei allen invasiven Eingriffen kann es auch beim TAVR Komplikationen geben: beim Eingriff selbst oder danach. 

Design

Retrospektive Auswertung eines internationalen Registers (18 Kliniken) mit Daten aus dem Zeitraum November 2005 bis Dezember 2016.

Hauptergebnisse

Bei 17.092 Eingriffen kam es in 38 Fällen zu einem verzögerten Koronarverschluss. Die Inzidenz betrug demnach 0,22 Prozent. Am häufigsten trat die Komplikation innerhalb von 24 Stunden nach dem Katheter-Eingriff auf. Sechs Komplikationen traten zwischen dem 1.  und dem  7. Tag nach dem Eingriff auf, 14 Koronarverschlüsse nach dem 60. Tag. Häufigstes klinisches Symptom war ein Herzstillstand, gefolgt von einem Myokardinfarkt mit ST-Hebung. In den meisten Fällen war die linke Koronararterie betroffen. Die Gesamt-Mortalität im Krankenhaus betrug 50 Prozent.

Klinische Bedeutung

Der Verschluss einer Koronararterie nach TAVR ist zwar ein seltenes Phänomen, aber aufgrund der hohen Sterblichkeit sollte bei einem Verdacht die Schwelle zur Entscheidung für eine Koronarangiographie niedrig sein.

Finanzierung: keine Angaben