Kastrationsresistentes Prostatakarzinom: Darolutamid senkt das Sterberisiko um fast ein Drittel

  • New England Journal of Medicine

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Nachdem die ARAMIS-Studie zum nicht metastasierten, kastrationsresistenten Prostatakarzinom die präspezifizierte Zahl von 240 Todesfällen erreicht hatte, ergab die finale Analyse für den Androgenrezeptor-Inhibitor Darolutamid ein um 31 % verringertes Sterberisiko und ein 3-Jahres-Gesamtüberleben von 83 %.

Hintergrund

Der Androgenrezeptor-Inhibitor Darolutamid wurde für die Behandlung des nicht metastasierten, kastrationsresistenten Prostatakarzinoms zugelassen, nachdem eine Primäranalyse der ARAMIS-Studie ergeben hatte, dass die zusätzliche Behandlung mit diesem Wirkstoff das Metastasen-freie Überleben um median 22 Monate verlängern konnte. Nun sind die Daten für das Gesamtüberleben präsentiert worden.

Design

In der doppel-blinden, Placebo-kontrollierten ARAMIS-Studie waren 1509 Männer im Verhältnis 2:1 auf Darolutamid oder Placebo randomisiert worden, während sie weiterhin eine Androgen-Deprivationstherapie erhielten. Nachdem eine annähernde Verdoppelung des Metastasen-freien Überlebens auf 40,4 Monate festgestellt wurde, erfolgte die Entblindung der Studie; den Placebo-Empfängern wurde es ermöglicht, Darolutamid offen einzunehmen. Die hier präsentierte abschließende Analyse war nach annähernd 240 Todesfällen geplant und berichtet ausser dem Gesamtüberleben auch alle sekundären Endpunkte.

Ergebnisse

  • Die mediane Nachverfolgungszeit betrug 29 Monate. Alle 170 Patienten, die bis zum Zeitpunkt der Entblindung Placebo erhalten hatten, wechselten auf Darolutamid, während 137 Patienten, die schon vor der Entblindung kein Placebo mehr genommen hatten, mindestens eine weitere lebensverlängernde Therapie erhielten.
  • Das Gesamtüberleben betrug nach 3 Jahren unter Darolutamid 83 % (95%-Konfidenzintervall 80 – 86), und unter Placebo 77 % (95%-KI 72 – 81).
  • Das Sterberisiko war unter Darolutamid 31 % geringer. Das Chancenverhältnis HR betrug 0,69 bei einem 95%-KI von 0,53 – 0,88; die Differenz war signifikant (P = 0,003).
  • Bei allen sekundären Endpunkten war die Darolutamid-Gruppe im Vorteil, so zum Beispiel bei der Zeit bis zum ersten symptomatischen skelettalen Ereignis und bis zur zytotoxischen Chemotherapie.
  • Die Inzidenz von Nebenwirkungen war in beiden Gruppen gleich; neue Sicherheitssignale wurden nicht beobachtet.

Klinische Bedeutung

Die finale Analyse der ARAMIS-Studie bestätigt die Vorteile von Darolutamid in dieser Indikation. Bei der Überlebenskurve trennen sich die beiden Gruppen nach etwa 18 Monaten. Diese Differenz blieb über den gesamten Nachverfolgungszeitraum bestehen, obwohl mehr als die Hälfte der ursprünglichen Placebo-Empfänger nach der Primäranalyse ebenfalls Darolutamid erhalten hatten.

Finanzierung: Bayer HealthCare und Orion Pharma.