Kassenfinanzen: Kliniken fühlen sich abgekoppelt

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Berlin (pag) –Vertragsärztliche Vergütung, Krankenhausbehandlungen und der Arzneimittelbereich: Alle drei großen Versorgungsbereiche verzeichnen in den ersten drei Quartalen ein Ausgabenplus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das geht aus den Finanzergebnissen der Krankenkassen hervor, die das Bundesgesundheitsministerium (BMG) veröffentlicht.

 

In der vertragsärztlichen Vergütung steigen die Ausgaben um rund 4,2 Prozent. Hohe Steigerungsraten gibt es laut BMG dabei insbesondere durch höhere Vergütungen bei extrabudgetären psychotherapeutischen Leistungen (+8,3 Prozent), Hochschulambulanzen (+16,7 Prozent) und spezialisierter ambulanter Palliativversorgung (+15,8 Prozent). Die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen wachsen um 3,4 Prozent an. Bei Erhöhungen der Landesbasisfallwerte von durchschnittlich rund 2,5 Prozent spreche vieles dafür, dass es in den Kliniken auch in den Monaten Januar bis September insgesamt nur eine moderate Mengenentwicklung gegeben habe, vermutet das BMG. Beim Ausgabenplus von 5,6 Prozent im Arzneimittelbereich spielen weiterhin innovative Medikamente eine zentrale Rolle. Die Ausgaben für Heilmittel erhöhen sich um 12,8 Prozent.

Um – wie vom Gesetzgeber gefordert – ihre Rücklagen abzubauen, geben die Kassen rund 741 Millionen Euro mehr aus, als sie durch Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds erhalten haben, teilt das BMG mit. Ihre Finanzreserven belaufen sich auf rund 20,6 Milliarden Euro. Das entspreche im Schnitt knapp einer Monatsausgabe und damit etwa dem Vierfachen der gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve, teilt das BMG mit. Buchungstechnisch handele es sich deswegen um ein „unechtes Defizit“, meint Spahn. Insgesamt steigen die Ausgaben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,1 Prozent auf 187,9 Milliarden Euro. Bei den Einnahmen verzeichnen die Kassen ein Plus von 3,6 Prozent, was eine Summe von 187,2 Milliarden Euro macht.

„Damit ist der stationäre Bereich der einzige große Leistungsbereich, der unter der Einnahmesteigerung der Kassen bleibt und somit von der positiven wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt ist“, meint Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft.