Karl Lauterbach: Lockdown im Herbst ausgeschlossen, Schulschließungen aber nicht

  • Dr. med. Thomas Kron
  • Medizinische Nachrichten
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Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach befürchtet im Herbst eine deutliche Verschlechterung der Infektionslage. „Es wird ein schwerer Herbst werden, wir müssen vorbereitet sein“, sagte der Gesundheitsminister vergangene Woche in den ARD-„Tagesthemen“. Er glaube, dass „wir mit der BA.5-Variante, die sich jetzt hier ausbreitet, große Schwierigkeiten bekommen werden“. Er rechne mit sehr hohen Fallzahlen, was auch zu einer Überlastung der kritischen Infrastruktur führen könne. „Das ist meine Befürchtung“, sagte der Gesundheitsminister. Einen erneuten Lockdown schließe er aber aus, so Lauterbach gestern in der ARD-Talkshow „Anne Will“. Dies gelte aber nicht für Schulschließungen. Lauterbach: „Ich halte sie für sehr, sehr unwahrscheinlich. Sie wären dann das allerletzte Mittel. Aber sie kategorisch auszuschließen, da wäre ich vorsichtig, weil: Wir wissen ja nicht, welche Varianten kommen.“

Unstrittig ist wohl, dass im Herbst die Maske wiederkommt.Die Bundesregierung wird nach Angaben von Justizminister Marco Buschmann vermutlich noch im Juli ein Konzept zur Vorbereitung auf den Corona-Herbst vorlegen. „Da wird die Maske sicher eine Rolle spielen“, sagte der FDP-Politiker der „Welt am Sonntag“. Lockdowns, Schulschließungen und Ausgangssperren seien seiner Ansicht nach jedoch nicht mehr verhältnismäßig. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sagte am Sonntag in einem ARD-Interview: „Schulschließungen sollte es nicht mehr geben.“

6,8 Milliarden Euro für Impfstoff

Die Bundesregierung hat erstmals die Gesamtausgaben für die von ihr beschafften Corona-Impfstoffe benannt. Rund 6,8 Milliarden Euro habe die Regierung bis zum 2. Juni für Covid-19-Impfstoffe ausgegeben. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf eine parlamentarische Anfrage des Gesundheitspolitikers Stephan Pilsinger (CSU).

Nach Angaben des Bundesamtes für soziale Sicherung wurden demnach bis Ende Juni zusätzlich insgesamt 46,4 Milliarden Euro für die Vergütung von Impfungen, Impfzentren, Bürger- und PCR-Tests, Schutzmasken, Ausgleichszahlungen für Krankenhäuser sowie Corona-Arzneimittel ausgegeben. Zusammen mit den Impfstoffen ergebe sich so eine Gesamtsumme von 53,2 Milliarden Euro.

Laut „Medscape“ berichten Wissenschaftler aus Thailand, dass eine Katze SARS-CoV-2 an einen Tierarzt übertragen hat – obwohl solche Fälle wahrscheinlich selten sind (Centers for Disease Control and Prevention).

Im August 2021 wurden dem Bericht zufolge ein Vater und sein Sohn, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden waren, in ein Krankenhaus in Thailand verlegt. Auch bei der 10-jährigen Hauskatze wurde ein Abstrich gemacht; er fiel positiv aus. Dabei nieste die Katze in das Gesicht einer Tierärztin, die eine Maske und Handschuhe, aber keinen Augenschutz trug. Drei Tage später bekam sie Fieber, Schnupfen und Husten und wurde später positiv auf SARS-CoV-2 getestet, aber keiner ihrer engen Kontaktpersonen entwickelte COVID-19, was darauf hindeutet, dass sie von der Katze infiziert worden war. Die genetische Analyse des Virus bestätigte außerdem, dass die Tierärztin mit der gleichen Variante infiziert war wie die Katze und ihre Besitzer.

Den Forschern zufolge seien solche Fälle der Übertragung von Katzen auf Menschen wahrscheinlich selten. Experimentelle Studien hätten gezeigt, dass infizierte Katzen kaum Viren ausscheiden und diese nur wenige Tage überdauerten, sagt Leo Poon, Virologe an der Universität Hongkong.