Kardiovaskuläre Krankheiten: Kein Beleg für Schutz durch Vitamin D

  • JAMA Cardiology

  • von Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaften 

Die Vitamin-D-Supplementierung ist vermutlich nicht kardioprotektiv: Sie geht einer neuen Metaanalyse zufolge nicht einer verminderten Rate an schweren kardiovaskulären Ereignissen einher; auch bei der kardiovaskulären und der Gesamt-Mortalität ergab die Analyse keinen Nutzen der Vitamin-D-Supplementierung.

Hintergrund

In einer kürzlich publizierten Placebo-kontrollierten Primärpräventions-Studie wurde kein kardiovaskuläre Nutzen einer Vitamin-D-Gabe festgestellt. In Beobachtungsstudien ist jedoch immer wieder ein Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-Spiegeln und kardiovaskulären Krankheiten festgestellt worden, so dass die Datenlage als nicht ausreichend gilt, um ein definitives Urteil über den Nutzen von Vitamin D für Herz und Gefäße fällen zu können.

Design

Metaanalyse mit über 83.000 Teilnehmern (Frauenanteil fast 75 %) von 21 randomisierten klinischen Studien. Je die Hälfte der Teilnehmer erhielt Vitamin D oder ein Placebo. Das Durchschnittsalter betrug knapp 66 Jahre. Die Frage war, ob es zwischen Vitamin-D-Supplementierung und einer verminderten kardiovaskulären Ereignisrate sowie einer geringeren Gesamt-Mortalität einen Zusammenhang gibt. 

Hauptergebnisse

  • Es wurde kein Zusammenhang zwischen einer reduzierten Rate an schweren kardiovaskulären Ereignissen und Vitamin-D-Supplementierung festgestellt (RR 1,00; 95% CI 0,95-1,06; p = 0,85).
  • Dies galt auch für sekundäre Endpunkte wie Herzinfarkt, Schlaganfall, kardiovaskuläre Mortalität und Gesamt-Mortalität.
  • Geschlecht, Basis-Vitamin-Spiegel, Dosierung und andere Parameter hatten keine Bedeutung für die Ergebnisse. 

Klinische Bedeutung

Den Autoren zufolge ist eine Vitamin-D-Supplementierung nicht für die Kardioprotektion geeignet. Da allerdings in der Metaanalyse ein positives Signal für einen kardialen Nutzen bei älteren Teilnehmern beobachtet wurde, könnte es nach Angaben der Autoren möglich sein, dass ältere Menschen, bei denen kardiovaskuläre Erkrankungen und Vitamin-D-Mangel vermehrt vorkommen, doch von einer Vitamin-D-Behandlung profitieren. Dazu sollten daher gezielt Studien durchgeführt werden. 

Finanzierung: keine Angaben