Kardiologische Prävention: Optimierungs-Bedarf bei Lebensstil-Empfehlungen


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaften

Ärztliche Lebensstil-Empfehlungen zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden viel zu häufig erst dann gegeben, wenn bereits Risikofaktoren vorliegen oder eine kardiovaskuläre Krankheit besteht. Auch bei älteren Patienten spielt die Aufklärung über den Nutzen präventiver Maßnahmen offenbar keine besonders große Rolle.

Hintergrund

Seit Jahren ist bekannt, dass Kampagnen zur Primärprävention chronischer Krankheiten oft nicht die erreichen, die besonders davon profitieren könnten oder sie am ehesten benötigen. Umso wichtiger ist daher, dass niedergelassene Ärzte ihre Patienten dazu anregen, auf ihre Ernährung und ihr Bewegungsverhalten zu achten, um nicht übergewichtig zu werden, den Blutdruck im Normbereich zu halten und keine metabolischen Störungen zu entwickeln. Die Würzburger Epidemiologin Theresa Tiffe und ihre Kollegen haben untersucht, wie niedergelassene Ärzte mit Empfehlungen zur Primär- und Sekundärprävention von kardiovaskulären Erkrankungen umgehen. Ergebnisse ihrer Untersuchungen sind bei den Deutschen Herztagen in Berlin vorgestellt worden.

Design

Die untersuchte Primärpräventions-Patienten-Gruppe bestand aus 665 Teilnehmern ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung, die an einer Studie (STAABüber frühe, noch symptomlose Stadien der Herzschwäche teilnahmen (Alter 30 bis 79, Durchschnitt 55 Jahre; Frauen-Anteil 55%). Die Sekundärpräventions-Gruppe umfasste 536 Patienten mit bekannter koronarer Herzerkrankung, die in die EUROASPIRE-IV-Studie eingeschlossen waren (Alter 17 bis 79, Durchschnitt 67 Jahre, Frauen-Anteil 18 Prozent).

Hauptergebnisse

Mit Ausnahme der Empfehlung zum Rauchverzicht erhielten Personen in der Sekundärprävention häufiger Empfehlungen zu einem gesunden Lebensstil als Personen in der Primärprävention. Hier die konkreten Daten: Empfehlungen zur Gewichtsreduktion 69,2 versus 43,8 Prozent, zu körperlicher Aktivität 71,4 versus 52,1 Prozent und zu gesunder Ernährung 73,1 versus 43,9 Prozent. Jüngere Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen erhielten häufiger als ältere Patienten Empfehlungen zum Lebensstil.

Klinische Bedeutung

Die Ergebnisse legen die Forderung nahe, verstärkt präventive Maßnahmen zu empfehlen, insbesondere in der Primärprävention und auch bei alten Patienten. Jüngere Patienten mögen zwar eher in der Lage und angesichts ihrer größeren Lebenserwartung bereit ein, ihre Lebensweise zu ändern. Aber auch ältere KHK-Patienten könnten erheblich von Lebensstilinterventionen profitieren, so Theresa Tiffe. 

Finanzierung: Keine Angaben