Kalziumergänzungspräparate können Risiko für Kolonpolypen erhöhen


  • Dawn O'Shea
  • Univadis Medical News
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Kalziumergänzungspräparate, die mit oder ohne Vitamin D eingenommen werden, könnten das Risiko für Kolonpolypen erhöhen, besagen die Ergebnisse einer neuen, in der Fachzeitschrift Gut veröffentlichten Studie.

Die sekundäre Analyse von Daten einer randomisierten Studie zu Vitamin D und Kalzium bei Patienten mit kolorektalen Adenomen ergab, dass Kalzium und die Kombination von Kalzium und Vitamin D das Risiko für sessile serratierte Adenome oder Polypen (SSA/P) 6–10 Jahre nach Beginn der Supplementierung erhöhte. Obwohl während der 3–5 Jahre, in denen die Teilnehmer die Präparate einnahmen, kein erhöhtes Risiko beobachtet wurde, war Kalzium alleine in den 6–10 Folgejahren mit einem adjustierten Risikoverhältnis (aRR) von 2,65 (95 %-KI: 1,43–4,91) verbunden, während Kalzium mit Vitamin D ein aRR von 3,81 (95 %-KI: 1,25–11,64) aufwies. Bei Frauen und aktuellen Rauchern bestand bei Anwendung von Kalziumergänzungspräparaten ein höheres Risiko für serratierte Polypen (SP).

Zur Bestätigung dieser Ergebnisse sind weitere Studien erforderlich. In Anbetracht dessen, dass Millionen von Menschen weltweit Kalziumpräparate einnehmen, könnten diese Feststellungen allerdings wichtige Implikationen für das Screening und die Vorsorge gegen Darmkrebs haben.

Da SP wichtige Vorstufen von Kolorektalkarzinomen sind, schlagen die Studienautoren vor, dass Patienten mit prämalignen serratierten Polypen in der Vorgeschichte, insbesondere Frauen und Raucher, eventuell auf Vitamin-D- und Kalziumpräparate verzichten sollten.