Je besser die kardiorespiratorische Fitness im mittleren Lebensalter, desto länger das Leben


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Wer im mittleren Lebensalter kardiorespiratorisch sehr fit ist, hat eine vergleichsweise höhere Lebenserwartung als weniger fitte Personen gleichen Alters. 

Hintergrund

Zwischen kardiorespiratorischer Fitness (CRF) und kardiovaskulärer Gesundheit besteht mehreren Untersuchungen zufolge ein enger Zusammenhang: Um so besser die Fitness ist, desto geringer sind kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität. Ein Maß für die CRF ist die maximale Sauerstoffaufnahme pro Minute und Kilogramm Körpergewicht. Ermittelt wird sie zum Beispiel mit einem Fahrradergometer-Test. Dänische Wissenschaftler haben nun untersucht, ob es zwischen der CRF von Menschen mittleren Alters und deren Lebenserwartung einen Zusammenhang gibt.

Design

Auswertung der Daten von 5107 Männern der „Copenhagen Male Study“, die vor fast 50 Jahren gestartet wurde. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug knapp 49 Jahre. 72 Prozent der Männer waren Raucher, nur knapp neun Prozent hatten niemals geraucht. Innerhalb der Beobachtungszeit von 47 Jahren starben 4700 Männer (92%), 2149 (42,1%) an kardiovaskulären Erkrankungen. Für die aktuelle Studie wurden die Teilnehmer in Abhängigkeit von ihrer altersadjustierten VO 2 max in vier Gruppen eingeteilt:

  • Gruppe 1: unterhalb des unteren Normwertes (5%)
  • Gruppe 2: niedrig bis normale Werte (45%)e
  • Gruppe 3: hoch normale Werte (45%)
  • Gruppe 4: oberhalb des oberen Normwertes (5%).

Hauptergebnisse

Im Vergleich zu den Teilnehmern der Gruppe 1 (unterhalb des unteren Normwertes) lebten die Männer der zweiten Gruppe  2,1 Jahre länger und die Männer der Gruppe 3 knapp drei Jahre. Am meisten profitierten die besonders fitten Männer der Gruppe 4. Bei ihnen betrug der Gewinn an Lebenszeit 4,9 Jahre. Die Ergebnisse waren alle statistisch signifikant (p

Klinische Bedeutung

Die Studie ist zwar auf Männer beschränkt, die Ergebnisse dürften aber auch für Frauen gelten. Insgesamt stützt sie die Resultate vieler anderer Untersuchungen, nach denen Ausdauersport, der die kardiorespiratorische Fitness fördert, vor Herzgefäß-Krankheiten schützen kann. Geeignete Sportarten sind zum Beispiel Joggen, Schwimmen, Radfahren und Nordic Walking. Mit zunehmendem Alter gewinnt auch Krafttraining an Bedeutung; nicht allein der Herzmuskel sollte kräftig sein, sondern auch die Extremitätenmuskulatur. Die Autoren der Studie schlussfolgern aus den Resultaten, dass die Fitness fördernder Sport verstärkt empfohlen werden sollte. Die Ergebnisse sprechen zudem dafür, bei Patienten eher die CRF zu messen als nur danach zu fragen, ob sie sportlich aktiv seien. 

Finanzierung: Die Copenhagen Male Study wurde von mehreren Stiftungen und durch öffentliche Mittel finanziert.