Je besser die kardiorespiratorische Fitness, desto geringer das Mortalitätsrisiko


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Je besser die kardiorespiratorische Fitness, desto geringer ist die Mortalität. Dies gilt offenbar auch für alte Menschen und Patienten mit Bluthochdruck.

Hintergrund 

Der Nutzen kardiorespiratorischer Leistungsfähigkeit für Gesundheit und Lebenserwartung ist schon in mehreren Studien gezeigt worden. Da in manchen Studien bei sehr intensivem und umfangreichenm Training negative kardiovaskuläre Effekte beobachtet wurden, ist eine zentrale Frage, ob kardiorespiratorisch effektiver Sport ab einer bestimmten Grenze das Mortalitätsrisiko nicht mehr senkt, sondern erhöht (U-förmiger Zusammenhang).

Design

Kohortenstudie mit 122.007 Personen, bei denen die kardiorespiratorische Fitness mit standardisiertem Ergometer-Tests ermittelt wurde. Das Durchschnittsalter betrug 53,4 Jahre, der Frauen-Anteil rund 40 Prozent. Die mediane Beobachtungszeit betrug 8,4 Jahre. Als Maß für die kardiorespiratorische Fitness (KF) wurde das metabolische Äquivalent (MET: metabolic equivalent of task) gewählt. 1 MET entspricht dem Umsatz von 3,5 ml Sauerstoff pro Kilogramm Körpergewicht pro Minute bei Männern, bei Frauen sind es 3,15 ml/kg/min. Die Teilnehmer wurden ihrem Alter und Geschlecht entsprechend in fünf Fitness-Gruppen eingeteilt:

  1. Gruppe A: geringe kardiorespiratorische Fitness (
  2. Gruppe B: kardiorespiratorische Fitness unter dem Durchschnitt (25. - 49. Perzentile)
  3. Gruppe C: oberhalb der durchschnittlichen kardiorespiratorische Fitness (50. - 74. Perzentile)
  4. Gruppe D:  hohe KF (75.  - 97,6. Perzentile)
  5. Gruppe E: Elite (≥97,7. Perzentile)

Hauptergebnisse 

  • Die Teilnehmer der Elite-Gruppe hatten die geringste Mortalität. Die Berechnungen ergaben für sie ein um 80 Prozent geringeres Mortalitätsrisiko als für die Teilnehmer der Gruppe A mit der geringsten KF (HR 0,20; 95% CI: 0,16 - 0,24; P
  • Die Teilnehmer der Elite-Gruppe schnitten auch besser ab als die der Gruppe D mit hoher KF (HR 0,77; 95% CI, 0,63 - 0,95; P = .02).  Dies galt auch für alte, mindestens 70-jährige Teilnehmer (HR 0,71; 95% CI 0,52 -0,98; P = .04) und für Patienten mit Bluthochdruck (HR 0,70; 95% CI 0,50 - 0,99; P = .05).
  • Das Mortalitätsrisiko ist umso höher, je geringer die KF ist: Für Gruppe A im Vergleich zu Gruppe E ergab sich ein fünffach erhöhtes Mortalitätsrisiko (HR 5,04; 95% CI 4,10 - 6,20; P
  • Der Vergleich von Gruppe B (KF unter dem Durchschnitt) mit Gruppe C (KF über dem Durchschnitt) ergab ein um 41 Prozent erhöhtes Risiko (HR 1,41; 95% CI 1,34 - 1,49; P
  • Berechnungen ergaben darüber hinaus, dass die Mortalitätszunahme bei geringer KF etwa jener entspricht, die auch bei klassischen kardiovaskulären Risikofaktoren beobachtet wird, etwa Diabetes mellitus, KHK und Nikotinabusus.

Klinische Bedeutung

Die Studie bestätigt eine Vielzahl früherer Studien, nach denen eine gute kardiorespiratorische Fitness mit einem geringeren Sterberisiko einhergeht. Eine U-förmige Beziehung wurde nicht festgestellt. Zudem zeigt die Studie, dass eine unterdurchschnittliche KF ein ähnlich großes Risiko für eine verminderte Lebenserwartung bedeutet wie etablierte Risikofaktoren. Dies unterstreicht erneut, dass es medizinisch sinnvoll ist, die KF durch regelmäßiges körperliches Training zu verbessern. 

Finanzierung: keine Angaben