Ist eine orale Antibiotika-Therapie mit einem erhöhten Risiko für Darmkrebs assoziiert?


  • Priscilla Lynch
  • Medical News
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Oral verabreichte Antibiotika gehen mit einem erhöhten Risiko für Kolon-Karzinome einher; das Risiko für Rektum-Karzinome ist hingegen erniedrigt; abhängig ist dies, bis zu einem gewissen Grad, von der verordneten Antibiotika-Klasse, wie neue Forschungsbefunde vermuten lassen, die gerade in der Fachzeitschrift „Gut“ erschienen sind. 

Um den Zusammenhang zwischen oraler Antibiotika-Einnahme und Darmkrebs-Risiko zu erfassen, wurde eine Fall-Kontrollstudie mit Daten einer britischen Datenbank (UK Clinical Practice Research Datalink, Zeitraum 1989 bis 2012) durchgeführt. Es wurden 29.980 Patienten mit Darmkrebs identifiziert und 137.077 passende Personen, die die Kontrollgruppe bildeten.

70 Prozent der Patienten mit kolorektalem Karzinom hatten Antibiotika verschrieben bekommen; in der Kontrollgruppe waren es 68,5 Prozent (p

Das Darmkrebs-Risiko stieg mit der Dosis der Antibiotika (p

Im Gegensatz dazu wurde zwischen Antibiotika-Einnahme und Rektum-Karzinomen eine inverse Assoziation festgestellt (p=0,003), insbesondere bei mehr längerer, über 60-tägiger Therapie (aOR = 0,85; 95% CI 0,79-0,93). Verglichen wurde mit Personen, die keine Antibiotika erhalten hatten. 

Penicilline, insbesondere Ampicillin/Amoxicillin, waren mit einem erhöhten Risiko für Kolon-Karzinome verbunden (aOR=1,09; 1,05-1,13), Tetrazykline dagegen mit einem erniedrigten Risiko für Rektum-Karzinome (aOR=0,90; 0,84-0,97).

Die Befunde lassen den Autoren zufolge ein Risikomuster annehmen, das - unter dem Einfluss der verordneten Antibiotika - mit Unterschieden der Darmflora-Aktivität und karzinogenen Mechanismen im unteren Darmtrakt zusammenhängt.