Ist die jährliche Mammographie für 50–74 Jahre alte Frauen mit hohem Risiko im Vergleich zur zweijährigen Mammographie besser?

  • Chiarelli AM & al.
  • J Natl Cancer Inst
  • 24.06.2019

  • von Miriam Davis, PhD
  • Univadis Clinical Summaries
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Erkenntnis

  • Eine große kanadische Kohortenstudie fand eine höhere Sensitivität, aber niedrigere Spezifität für viele Frauen mit hohem Risiko im Alter von 50–74 Jahren.

Warum das wichtig ist

  • Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass keine Änderung der geltenden Empfehlungen des Ontario-Brustscreeningprogramms (OBSP) für eine jährliche Mammographie bei Hochrisiko-Frauen im Alter von 50–74 Jahren erforderlich ist.

Studiendesign

  • Retrospektive Kohorte aus Ontario, Kanada, zum Vergleich der Sensitivität und Spezifität einer ein- vs. zweijährigen Mammographie über 3 Hochrisikogruppen hinweg: familiäre Vorgeschichte von Brust- oder Ovarialkrebs oder persönliche Vorgeschichte eines Ovarialkrebses (n = 67.795), eine mammografische Brustdichte von ≥ 75 % (n = 51.956) oder beides (n = 3.758).
  • Jährliche oder zweijährliche Screening-Mammogramme wurden zwischen 2011 und 2014 mit digitaler Mammographie durchgeführt und bis zum Jahr 2016 oder zur Brustkrebsdiagnose nachbeobachtet.
  • Finanzierung: Canadian Cancer Society.

Wesentliche Ergebnisse

  • Gruppe mit familiärer oder persönlicher Vorgeschichte (jährliche vs. zweijährliche Mammographie):
    • Höhere Sensitivität: 81,7 % vs. 70,6 % (adjustiertes Odd Ratio [aOR]: 1,86; 95 %-KI: 1,48–2,34); insbesondere bei invasivem Brustkrebs (aOR: 1,87; 95 %-KI: 1,46–2,39) und postmenopausalen Frauen (aOR: 1,89; 95 %-KI: 1,49–2,39).
    • Kein Unterschied in der Spezifität.
  • Mammographische Brustdichte von ≥ 75 % (jährliche vs. zweijährliche Mammographie):
    • Kein Unterschied in der Sensitivität.
    • Niedrigere Spezifität: 91,3 % vs. 92,3 % (aOR: 0,87; 95 %-KI: 0,80–0,96).
  • Familiäre und persönliche Vorgeschichte plus mammographische Brustdichte von ≥ 75 % (jährliche vs. zweijährige Mammographie):
    • Kein Unterschied in der Sensitivität.
    • Kein Unterschied in der Spezifität.

Einschränkungen

  • Retrospektive Beobachtungsstudie.
  • Nachbeobachtungszeiträume zwischen den Kohorten nicht vergleichbar.
  • Keine Verwendung von 3D-Mammografie.