ISMRM bringt neue Leitlinie zur Anwendung von Kontrastmitteln bei MRT heraus


  • Danielle Barron
  • Medizinische Nachrichten
Die Internationale Gesellschaft für Magnetresonanz in der Medizin (ISMRM) hat eine neue Leitlinie zur Anwendung von gadoliniumbasierten Kontrastmitteln (GBCA) bei MRT-Scans herausgebracht. 

Mehr als 300 Millionen Dosen GBCA wurden seit ihrer Einführung 1987 verabreicht. Jüngste Studien haben jedoch darauf hingewiesen, dass manche Wirkstoffe sich im Gehirn ansammeln, wobei das Ausmaß der Gadolinium-Ablagerungen sich zwischen den Wirkstoffen unterscheidet.

In einem Beitrag in The Lancet Neurology vertreten Experten die Ansicht, dass Gadolinium, wenn es nicht für eine spezielle Untersuchung benötigt wird, nicht verabreicht und eine Risiko-Nutzen-Analyse bei allen Untersuchungen vorgenommen werden sollte. Sie betonen, dass GBCA keinen Patienten mit einer klinischen Indikation für eine gadoliniumverstärkte MRT vorenthalten werden sollte. 

„Die Vorstellung, dass Gadolinium sich im Gehirn ablagern könnte, ist für Patienten beunruhigend. In dieser Situation ist es wichtig, Risiko und Nutzen in einen Kontext zu setzen“, sagte Dr. Vikas Gulani, Direktor für Magnetresonanztomographie am University Hospitals Cleveland Medical Center und Erstautor der neuen Leitlinien.

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) bestärkte vor Kurzem Empfehlungen, die Anwendung einiger linearer Gadolinium-Wirkstoffe, die bei MRT-Körperscans verwendet werden, einzuschränken und die Marktzulassung von anderen auszusetzen, um jegliche Risiken zu vermeiden, die möglicherweise mit der Gadolinium-Gehirnablagerung verbunden sein könnten.