Internationale Umfrage: 72 % würden sich gegen COVID-19 impfen lassen

  • Nature Medicine

  • von Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Offenbar hegen nicht wenige Menschen Zweifel, wenn es darum geht, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen, sobald ein sicherer und wirksamer Impfstoff gegen SARS-CoV-2 verfügbar ist. Das geht aus einer einer internationalen Studie hervor, die kürzlich in Nature Medicine veröffentlicht wurde. Danach würden 72 Prozent der Befragten auf eine Impfung einwilligen.

Deutschland rangiert auf Platz 13

Die Online-Umfrage basiert auf Daten von 13.426 Personen aus 19 Ländern, die im Frühjahr am heftigsten von der Pandemie betroffen waren. Während in China mit 88,6 Prozent und Brasilien (85,4 Prozent) die meisten Menschen einer Impfung zustimmen würden, fanden sich in Polen (56,3 Prozent) und Russland (54,9%) die wenigsten Befürworter. Deutschland lag derweil auf Platz 13.

Insgesamt stellten die Forscher fest, dass 72 Prozent der Umfrageteilnehmer sich wahrscheinlich impfen lassen würden. Von den verbleibenden 28 Prozent würden 14 Prozent eine Impfung ablehnen, die übrigen 14 Prozent zumindest zögern. Diese Einstellungen, so die Studienautoren, schlügen sich „in zig Millionen potenzieller Impfstoffvermeider nieder“, heißt es in einer Mitteilung des Barcelona Institute of Global Health.

Nur 32 % lassen sich guten Gewissens auf Arbeitgeber-Empfehlung impfen

Auf die Frage nach der Akzeptanz eines Impfstoff, wenn er vom Arbeitgeber empfohlen und von der Regierung als sicher und wirksam anerkannt werde, stimmten knapp 32% der Befragten vollständig zu, während 18% nur wenig oder überhaupt nicht zustimmten. Auch hier wurden große Unterschiede zwischen den Ländern beobachtet: Mit 84 Prozent waren die Chinesen am häufigsten und die Russen (27 Prozent) am seltensten bereit, der Impfempfehlung des Arbeitgebers zu folgen. In den USA hätten laut der Studienautoren 52% Vertrauen in die Empfehlung ihres Arbeitgebers und 25% nicht.

Die Impfbereitschaft variierte außerdem in Abhängigkeit von Alter (mit höherer Akzeptanz bei älteren Menschen im Vergleich zu Personen unter 22 Jahren), Einkommen (höher bei Personen, die mehr als 32 US-Dollar pro Tag verdienten, im Vergleich zu Personen, die weniger als zwei Dollar pro Tag verdienten) und Bildung.

Vertrauen der Öffentlichkeit wiedergwinnen

„Es wäre tragisch, wenn wir sichere und wirksame Impfstoffe entwickeln und die Menschen sich dann weigern, sie einzusetzen“, sagt Scott C. Ratzan, Co-Autor der Studie. „Wir müssen entschiedene und nachhaltige Anstrengungen unternehmen, um dem Zögern vor der Anwendung eines Impfstoffes entgegenzuwirken und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Vorteile von Impfungen wiederherzustellen. Die Ergebnisse stimmen laut Ratzan mit den jüngsten Umfragen in den USA überein, die ein geringeres Vertrauen der Öffentlichkeit in einen COVID-19-Impfstoff zeigen.