Internationale Gruppe gibt Empfehlungen zur Feststellung von Hirntod heraus

  • Greer DM & al.
  • JAMA
  • 03.08.2020

  • von Susan London
  • Clinical Essentials
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Erkenntnis

  • Eine Expertengruppe des World Brain Death Project hat Empfehlungen herausgebracht, die die klinischen Mindestanforderungen an die Feststellung von Hirntod/Tod bei Erwachsenen und Kindern durch neurologische Kriterien zusammenfassen.

Warum das wichtig ist

  • Ein Leitartikel besagt, dass ein zweigleisiger Ansatz erforderlich ist, um die Empfehlungen zu untermauern: Zusammenstellung weiterer Evidenz zur Absicherung der bereits bestehenden Untersuchungen und Einführung von Untersuchungen, die in ressourcenarmen Umgebungen durchgeführt werden können.

Wesentliche Empfehlungen

  • Grundlegende Anforderungen:
    • Eine begründete neurologische Diagnose, die einen vollständigen, irreversiblen Verlust der gesamten Hirnfunktion zur Folge haben kann.
    • Ausschluss von Störfaktoren und nachahmenden Erkrankungen.
  • Die Feststellung von Hirntod/Tod kann anhand neurologischer Kriterien mit einer klinischen Untersuchung zur Feststellung von Koma, Hirnstamm-Areflexie und Apnoe erfolgen:
    • Die Pupillen sind in einer mittelgroßen oder erweiterten Position fixiert und reagieren nicht auf Licht.
    • Fehlen von:
      • Hinweisen auf Erregung oder Bewusstsein als Reaktion auf maximale äußerliche Stimulation, einschließlich schädigender visueller, akustischer und taktiler Stimulation.
      • Hornhautreflex und vestibulookulärem Reflex.
      • Gesichtsbewegung in Reaktion auf schmerzerzeugende Stimulation.
      • Würgereflex in Reaktion auf beidseitige Stimulation der hinteren Rachenwand.
      • Hustenreflex in Reaktion auf Absaugen tief in der Luftröhre.
      • Hirnvermittelte motorische Reaktion auf schmerzerzeugende Stimulation der Extremitäten.
      • Spontanatmung, wenn Zielwerte des Apnoe-Tests von pH 
  • Wenn die klinische Untersuchung nicht vollständig durchgeführt werden kann, sollten zusätzliche Tests mit Untersuchung des Blutflusses oder elektrophysiologische Untersuchungen in Betracht gezogen werden.
  • Spezielle Überlegungen sind für Folgendes erforderlich:
    • Pädiatrische Patienten.
    • Patienten, die eine extrakorporale Membranoxygenierung erhalten.
    • Patienten, die eine therapeutische Hypothermie erhalten.

Studiendesign

  • Konsensempfehlungen.
  • Finanzierung: Nicht offengelegt.

Einschränkungen

  • Fehlen von qualitativ hochwertigen Daten aus randomisierten Studien und großen Studien.
  • Keine Beteiligung von Patienten und verschiedener sozialer und religiöser Gruppen.