Intensives Laufbandtraining im Parkinson-Frühstadium bewahrt die Motorik


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Mehr ist besser. Dieses Prinzip scheint auch für neu diagnostizierte Parkinson-Patienten zu gelten. Bei einem Training drei Mal pro Woche mit 80 % der maximalen Herzfrequenz blieb der Motor score der Unified Parkinson´s Disease Rating Scale (UPDRS) über einen Zeitraum von 6 Monaten annähernd stabil, während er sich bei moderatem Training verschlechterte.

Hauptergebnisse

  • Die durchschnittlich 64 Jahre alten Studienteilnehmer erreichten die Vorgabe von 4 Trainingseinheiten à einer Stunde pro Woche nicht. In der Gruppe mit hoher Intensität wurde im Mittel an 2,8 Tagen bei 80,2 % der maximalen Herzfrequenz trainiert. In der Gruppe mit mäßiger Intensität waren es durchschnittlich 3,2 Mal / Woche mit 65,9 % der maximalen Herzfrequenz.
  • Der Motor Score der Unified Parkinson´s Disease Rating Scale verschlechterte sich unter intensivem Training um durchschnittlich 0,3 Punkte zu (95%-Konfidenzintervall -1,7 bis 2,3), bei moderatem Training um 2,0 Punkte und in der Kontrollgruppe um 3,2 Punkte (95%-Konfindenzintervall 1,4 bis 5,1). Der Unterschied zwischen Intensivtraining und Kontrolle war mit einem P-Wert von 0,03 signifikant, der Unterschied zwischen mäßigem Training und Kontrolle nicht.
  • Muskelkater und ähnliche Nebenwirkungen des Trainings wurden als nicht schwerwiegend eingestuft.

Design

  • Randomisierte Studie der Phase 2 zur Dosis-Wirkungsbeziehung eines Laufbandtrainings mit unterschiedlich hoher Herzfrequenz bei 128 neu diagnostizierten Patienten mit Morbus Parkinson, die gemäß ärztlichem Urteil noch keine Medikamente benötigten.
  • Die Patienten wurden in drei Gruppen eingeteilt, die entweder 4 Mal pro Woche mit 80 – 85 % des Maximalpulses trainieren sollten, oder mit 60 – 65 %, oder auf der Warteliste als Kontrolle dienten.
  • Studienziel waren die Machbarkeit bezüglich der Häufigkeit des Trainings und maximaler Herzfrequenz, sowie die Veränderung beim UPDRS motor score nach 6 Monaten.
  • Finanzierung: National Institute of Neurologic Disease and Stroke, University of Pittsburgh, University of Colorado, Nutrition and Obesity Research Center, National Institutes of Health, Parkinson´s Disease Foundation.

Klinische Bedeutung

Nur eine kleine Zahl von Studien hat bisher die Frage untersucht, ob Ausdauertraining die Schwere einer Parkinson-Erkrankung lindern kann. Als eine der wenigen differenziert die aktuelle Untersuchung zwischen hochintensivem und moderatem Training auf dem Laufband. Das Ergebnis legt nahe, dass bei drei Mal Training pro Woche eine Herzfrequenz unter 70 Prozent des Maximalpulses keinen großen Nutzen hat, und dass Herzfrequenzen nahe 80 Prozent des Maximalpulses die Motorik zumindest mittelfristig günstig beeinflussen können. Solch ein Training scheint sicher zu sein. Wie groß der klinische Nutzen wäre müssen weitere Studien zeigen.