Initiativplan gegen Organmangel gefordert

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Frankfurt am Main (pag) – Der Organmangel in Deutschland verschärft sich. Vor diesem Hintergrund fordert die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) einen Initiativplan, um die Organspende voranzutreiben.

 

 

 

„Wir sind mittlerweile auf dem niedrigsten Stand der Organspendezahlen der letzten 20 Jahre angekommen“, erklärt Dr. Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der DSO. Im laufenden Jahr erwarte die bundesweite Koordinierungsstelle ein Minus von 1.500 Organen im Vergleich zum Jahr 2010. Gleichzeitig warteten derzeit mehr als 10.000 schwerkranke Patienten auf eine lebensrettende Transplantation. „Die Zeit der Einzelinitiativen ist vorbei. Was wir jetzt dringend brauchen, ist ein strategisch ineinandergreifender Plan mit klar definierten Schritten, der von allen Partnern aktiv unterstützt wird“, erklärt Rahmel. Dazu gehöre im Vorfeld auch eine öffentliche Diskussion zu innovativen Themen, wie sie in anderen Ländern bereits geführt werde, ergänzt Prof. Björn Nashan, Vorsitzender des Stiftungsrates der DSO. Eine Quote von mehr als 15 Spendern pro Million Einwohner halte die DSO mit Blick auf die Ergebnisse anderer europäischer Länder auch in Deutschland für durchaus realistisch.

 

Rahmel schlägt vor, neben der schriftlichen Willenserklärung auch den Willen potenzieller Spender im Zuge von Behandlungsstrategien am Lebensende in Kliniken zu berücksichtigen. Allein dadurch könne eine zügige und nachhaltige Verbesserung der Situation erzielt werden, ist Rahmel überzeugt. Die DSO empfiehlt, das Thema stärker in die Aufklärung der Bevölkerung einzubinden. Würden mögliche Organspender nicht erkannt, bedeute dies nicht nur für die Patienten auf der Warteliste einen Verlust an Lebenschancen, es sei darüber hinaus eine Nichtachtung des Willens des Verstorbenen, kritisiert Rahmel. „Wir müssen die Voraussetzungen schaffen, damit in den Kliniken mehr an Organspende gedacht und die Frage nach Organspende zu einem selbstverständlichen Bestandteil der Versorgung am Lebensende wird“, fordert er. Hier könnten bereits Schulungen der Intensivmediziner und eine regelhafte Einbeziehung der Transplantationsbeauftragten in Entscheidungen am Lebensende einen positiven Effekt erzielen.