Influenza: Senioren und Klinikpersonal unzureichend geimpft

  • Robert Koch-Institut

  • von Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

In der vergangenen Grippe-Saison haben noch immer zu wenige Erwachsene die Influenza-Impfung in Anspruch genommen, kritisiert das Robert Koch-Institut. Das gilt vor allem für Menschen über 60 Jahren sowie für Ärzte und Pflegepersonal in Krankenhäusern, wie aus dem aktuellen Epidemiologischen Bulletin hervorgeht.

Nationaler Impfplan fordert Impfquote von 75 Prozent

Die Ständige Impfkommission (STIKO) appelliert jedes Jahr aufs Neue daran, besonders gefährdete Personen, darunter Senioren sowie Menschen mit einer Grunderkrankung gegen die saisonale Influenza zu impfen. Die Europäische Kommission fordert eine Influenza-Impfquote in der älteren Bevölkerung von 75 Prozent, die auch im Nationalen Impfplan für Deutschland übernommen wurde. „Doch nach wie vor werden diese Zielvorgaben von keinem der Bundesländer und in keiner Altersgruppe erreicht“, heißt es im RKI-Bericht.

Erfreulich sei jedoch, dass sich in der vergangenen Grippe-Saison seit Jahren erstmalig wieder mehr Menschen gegen Influenza impfen ließen und damit die Impfquoten wieder das Niveau von 2014/15 erreichten. Mögliche Gründe für die verstärkte Nachfrage seien laut RKI zum einen die STIKO-Empfehlung für einen quadrivalenten Impfstoff, die erstmals in Saison 2018/19 zum Tragen kam und zum anderen die ungewöhnlich schwere Influenza-Saison 2917/18.

OkaPII: Influenza-Impflücken beim Krankenhauspersonal

Auch Ärzte und Pfleger in deutschen Kliniken lassen sich noch zu selten gegen das Influenza-Virus impfen, wie aus einer Onlinebefragung (OkaPII) von Krankenhaus-Personal hervorgeht, an der 171 Kliniken mit rund 27.000 Mitarbeitern teilnahmen. Danach war in der vergangenen Saison etwa jeder zweite Beschäftigte (52 Prozent) gegen Grippe geimpft, in der Saison 2018/19 waren es nur 39 Prozent. Vor allem Pfleger nahmen aus mangelndem Vertrauen in die Wirksamkeit sehr selten die Impfung in Anspruch. Ärzte führen laut Umfrage indessen eher organisatorische Gründe an.

Bislang wenig echte Grippefälle

Während in der aktuellen Saison bislang nur 96 labordiagnostisch gemeldete Influenza-Infektionen an das RKI übermittelt wurden, treten momentan vor allem Erkältungkrankheiten auf. Den Rückmeldungen von Bürgern über das RKI-Internetportal "GrippeWeb zufolge hat innerhalb von vier Wochen jeder Vierte eine neu aufgetretene Atemwegserkrankung gemeldet.