Influenza-Saison 2018/19: Grippewelle hat offiziell begonnen


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert Koch-Institut (RKI) hat die Grippewelle in der zweiten Januarwoche des Jahres begonnen. In der dritten Januarwoche wurden dem RKI 2.216 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle übermittelt, heißt es im aktuellen Wochenbericht. Damit sei zwar insgesamt ein leichter Rückgang zur Vorwoche zu verzeichnen, allerdings seien mehr Kinder betroffen.

Hintergrund

Seit Beginn der Grippesaison, Anfang Oktober letzten Jahres, sind damit bislang 6.334 Personen in Deutschland an einer Influenza-Infektion erkrankt. Vor einem Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt mit 11.103 bestätigten Fällen fast doppelt so viele Betroffene. Während der offizielle Start der Grippewelle in der vergangenen Saison in der Weihnachtswoche lag, datiert die AG Influenza den Beginn in der aktuellen Saison rückwirkend auf die zweite Januarwoche. Dies ist laut Definition der Fall, wenn zwei Wochen in Folge die Influenza-Positivenrate über 10 Prozent liegt.

Hauptergebnisse

Die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen ist in der dritten Kalenderwoche insgesamt gesunken, während die Zahl der Kinder bis 14 Jahre, die auf Grund einer ARE einen Arzt konsultiert haben, gestiegen ist. Die Influenza-Positivenrate lag bei 21 Prozent (95 %-Vertrauensbereich 14 bis 30 %) gegenüber 18 Prozent (95 %-Vertrauensbereich 11 bis 28 %) in der Vorwoche. Damit befindet sie sich zum zweiten Mal über dem definierten Schwellenwert. Weiterhin wurden dem RKI bundesweit 20 Ausbrüche (mehr als fünf Fälle) übermittelt; darunter neun in Krankenhäusern, sechs in Kindertagesstätten und zwei in einer Rehabilitationseinrichtung. Nach aktuellen Daten sind bislang 20 Menschen mit einer nachgewiesenen Influenza-Infektion gestorben.

Laut der AG Influenza wurden im Rahmen der virologischen Sentinelsurveillance bislang 81 verschiedene Influenzaviren identifiziert, darunter 40 Influenza-A (H3N2)-Viren und 41 Influenza-A(H1N1)pdm09-Viren. Während derzeit hauptsächlich Influenza-Viren des Typ A zirkulieren, scheinen Influenza-B-Viren im Vergleich zur vergangenen Grippesaison eine deutlich geringere Rolle zu spielen.

Klinische Bedeutung

Das RKI rät: wer in der aktuellen Saison noch nicht gegen Grippe geimpft wurde, sollte dies unbedingt nachholen. Dies gelte vor allem für ältere Menschen und chronisch Kranke. Bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist, dauert es in der Regel 10 bis 14 Tage. In der aktuellen Grippesaison erfolgt die Schutzimpfung mit einem Vierfachimpfstoff. In der vergangenen Saison wirkte der zur Verfügung stehende Dreifachimpfstoff nur eingeschränkt gegen die 2017/18 häufig zirkulierenden Influenza-B-Viren der Yamagata-Linie.