Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis jetzt noch möglich


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Wer im Frühjahr und Sommer Outdoor Aktivitäten in einem Risikogebiet für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) plant, sollte sich jetzt noch rechtzeitig durch eine Impfung schützen. Darauf weist das Centrum für Reisemedizin in einer aktuellen Mitteilung hin. Zu den FSME-Risikogebieten zählen Teile von Deutschland, Österreich, der Schweiz, Skandinavien und Osteuropa.

Anstieg der FSME-Fälle in Deutschland um 20%

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) gab es in Deutschland mit 583 FSME-Erkrankungen im Jahr 2018, circa 100 Fälle mehr als 2017. Inzwischen zählen bundesweit 16 Landkreise – insbesondere in Baden-Württemberg und Bayern, in Südhessen, im südöstlichen Thüringen und in Sachsen, aber inzwischen auch in Niedersachen (Landkreis Ermsland) zu den Verbreitungsgebieten. Die Schweiz berichtet einen seit Jahren kontinuierlichen Anstieg an FSME-Fällen und hat ihre Impfempfehlung inzwischen auf fast alle Kantone ausgeweitet.

Nicht nur Outdoor-Urlauber sind vor einer Infektion mit FSME-Viren gefährdet, sondern alle Menschen, die sich ab Frühjahr und im Sommer in den FSME-Verbreitungsgebieten im Freien und insbesondere auch im Wald aufhalten, und somit Zecken ausgesetzt sind“, warnt Professor Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Für diese Personengruppe empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Impfung gegen FSME. Auch wenn der Frühling bereits Einzug gehalten hat, sei „zum aktuellen Zeitpunkt die Impfung gemäß der geltenden Impfschemata noch rechtzeitig durchführbar“, so Jelinek.

Kurzzeitiger Impfschutz bereits nach 14 Tagen

Für einen verlässlichen und langdauernden FSME-Schutz sind drei Impfstoffdosen notwendig. Nach dem üblichen Impfschema erhält man - je nach Impfstoff - die ersten beiden Impfungen im Abstand von 14 Tagen bzw. ein bis drei Monaten. Ein kurzzeitiger Impfschutz besteht ab etwa 14 Tagen nach der zweiten Impfung. Für einen längeren Schutz ist eine dritte Impfung nötig. Sie wird nach weiteren fünf bzw. neun bis zwölf Monaten verabreicht. Eine erste Auffrischung wird nach drei Jahren empfohlen, weitere Auffrischungen sind – abhängig vom Alter – alle drei bis fünf Jahre angeraten.

„Eine Impfung gegen FSME macht eine sorgfältige Expositionsprophylaxe durch geschlossene Kleidung und Schuhe sowie durch die Verwendung von Repellentien aber nicht überflüssig“, betont Jelinek. Gegen die ebenfalls von Zecken übertragene Krankheit Borreliose sei dies der einzige Schutz. Einen Impfstoff gebe es bislang nicht.