Impfen beim Betriebsarzt: DGAUM und BARMER schließen ersten bundesweiten Vertrag


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) und die BARMER haben bundesweit den ersten Selektivvertrag zur Regelung von Schutzimpfungen durch Betriebsärzte abgeschlossen. Ab dem 1. Januar 2019 wird es erstmals möglich, dass Betriebsärzte die vertraglich vereinbarten Impfungen direkt im Betrieb oder Unternehmen durchführen.

Hintergrund

Durch das 2015 verabschiedete Präventionsgesetz darf der Betriebsarzt die Beschäftigten in der Arbeitswelt nicht nur gegen Infektionen, die im Rahmen ihrer Tätigkeit ein Risiko darstellen, impfen - wie etwa medizinisches Personal gegen Hepatitis - sondern auch allgemeine Impfungen wie Masern-, Röteln- oder Keuchhustenimpfungen durchführen. Doch bislang scheiterte das Unterfangen an der Abrechnung. Der Grund: Die Kosten für diese allgemeinen Impfungen müssen von den Krankenkassen übernommen werden, auch wenn sie ein Betriebsarzt durchführt. Dabei ließe sich laut DGAUM über Impfungen durch den Betriebsarzt der Impfschutz in der Bevölkerung in Deutschland deutlich erhöhen.

Ergebnisse

Mit dem Vertrag beschreiten DGAUM und BARMER Neuland. Versicherte der BARMER haben ab dem neuen Jahr die Möglichkeit, die im Selektivvertrag vereinbarten Impfungen direkt im Betrieb oder im Unternehmen durchzuführen. Dafür muss der Versicherte nur mit seiner elektronischen Gesundheitskarte zum eingeschriebenen Betriebsarzt gehen und sich impfen lassen. Die Kosten der Impfung und des Impfstoffes rechnet der Betriebsarzt dann mit der BARMER ab. Geregelt wird dies über einen speziellen Abrechnungsservice. Dafür steht eine eigene Softwarelösung zur Leistungserfassung, ein geschütztes Onlineportal für Abrechnung und Information der Ärzte mit Datenupload sowie ein eigenes Kompetenzcenter für Beratung und Support zur Verfügung.

Klinische Bedeutung

Die Lebens- und Arbeitswelt in Betrieben, Unternehmen und bei öffentlichen Arbeitgebern stellt mit mehr als 44 Millionen Beschäftigten das größte Präventionssetting dar. „Die Versorgung mit Schutzimpfungen auch durch Betriebsärzte leistet dabei einen wichtigen Beitrag“, heißt es in einer Mitteilung der Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin. Ziel des Vertrages mit der BARMER sei es, den Impfschutz in der Bevölkerung nachhaltig zu verbessern und gerade das Setting „Arbeitsplatz“ dafür zu nutzen.