Immuntherapie zuerst: Effektivität ist bei fortgeschrittenen Lungenkarzinomen am höchsten

  • JAMA Network Open

  • von Dr. Nicola Siegmund-Schultze
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Immuntherapien wie Checkpoint-Inhibitoren, Tumorvakzine oder zellbasierte Immuntherapien verlängern bei Patienten mit fortgeschrittenen, nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinomen (NSCLC) das progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben signifikant im Vergleich zu konventionellen Therapieformen mit Zytostatika. Bei Checkpoint-Hemmern war die Kombination „Pembrolizumab plus platinbasierte Chemotherapie“ am effektivsten. Diese Kombination sei die beste Strategie der Checkpoint-Inhibition in der Erstlinientherapie, so das Fazit einer großen Metaanalyse.

Hintergrund

Bei der systemischen Behandlung von Lungenkarzinomen verändert sich der Standard-of-Care. Zielgerichtete Substanzen und Immuntherapien erweitern das Spektrum, so dass es immer wieder notwendig ist, den Stellenwert dieser neuen Strategien gegenüber den konventionellen einzuordnen.

Eine solche Einordnung war Ziel einer großen Metaanalyse. Darin waren auch therapiespezifische Selektionskriterien einbezogen worden, zum Beispiel immunologische und molekularbiologische Parameter bei der Anwendung von Immuntherapien. Wirksamkeits-Indikatoren waren das progressionsfreie Überleben (PFS) und das Gesamtüberleben (OS).

Design

  • Berücksichtigte Therapien: Immuntherapien wie
    • Tumorvakzine,
    • Checkpoint-Inhibitoren und
    • zellbasierte Immuntherapien,
    • konventionelle systemische Behandlungen mit Zytostatika und die
    • Kombination dieser Therapieprinzipien miteinander
  • Berücksichtigte Studien: 31 prospektiv randomisierte Studien
  • Studienteilnehmer: insgesamt 14.395 Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC
  • von 1.833 Patienten wurden durch das Studienteam individuelle molekularbiologische Analysen mit Hilfe des Next Generation Sequencing vorgenommen

Hauptergebnisse

In 18 Studien wurden Checkpoint-Inhibitoren mit konventioneller Therapie verglichen, in 11 Studien Tumorvakzine mit konventioneller Behandlung und in 2 Studien zellbasierte Immuntherapien mit konventionellen Therapien. Zum Teil wurden die Immuntherapien mit Zytostatika kombiniert.

Alle Immuntherapien gemeinsam berücksichtigt, erhöhten Immuntherapien oder ihre Kombination mit Zytostatika das Gesamtüberleben um 24 % im Vergleich mit Chemotherapien (Hazard Ratio [HR] für Tod: 0,76; p

Für Tumorvakzine betrug die HR für ein Versterben 0,83 (p

Als positive prädiktive Marker für ein Ansprechen auf Immuntherapien bestätigten sich die Expression von Checkpoint-Proteinen, die Tumormutationslast, aber auch allgemeine immunologische Parameter wie Lymphozytenzahl, außerdem Mutationen in spezifischen Genen und die T-Zellinfiltration des Kazinoms.

Klinische Bedeutung

Bei Patienten mit fortgeschrittenen NSCLC sind Immuntherapien mit Überlebensvorteilen gegenüber Zytostatika assoziiert. Um abzuschätzen, welche Patienten am wahrscheinlichsten auf Immuntherapien ansprechen, wird ein integriertes Konzept zur Darstellung der Mikroumgebung des Tumors auf Basis molekularbiologischer Parameter empfohlen.

Finanzierung: öffentliche Mittel