Immuntherapie bei Krebs: PD1-Checkpoint-Inhibition offenbar wirksamer als PD-L1-Hemmung

  • JAMA Oncology

  • von Dr. Nicola Siegmund-Schultze
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

PD1-Checkpoint-Inhibitoren haben als Zielstruktur denselben Signalweg wie PD-L1-Hemmer, aber sie sind offenbar effektiver als PD-L1-Inhibitoren. So verlängern PD1-Hemmer das Gesamtüberleben und das progressionsfreie Überleben ausgeprägter als PD-L1-Hemmer, jeweils im Vergleich mit Standardmedikamenten. Das hat eine umfassende Metaanalyse von prospektiv randomisierten klinischen Studien ergeben.

Hintergrund
Immuntherapien und darunter vor allem auch Checkpoint-Inhibitoren haben die Prognose bei mehreren soliden Tumorarten deutlich gegenüber früheren Standards verbessert, zum Beispiel beim Bronchialkarzinom und beim Nierenzellkarzinom. Signalwege, zu denen die Proteine CTLA4 und PD1 oder dessen Ligand PD-L1 gehören, sind häufige Zielstrukturen von Antikörpern gegen Checkpoint-Moleküle. Aus einzelnen früheren Studien gab es Hinweise, dass Antikörper gegen PD1 effektiver waren bei derselben Tumorentität als Antikörper gegen den Liganden PD-L1, auch bei Kombinationen mit anderen Wirkstoffklassen. Ob es einen generellen Trend gibt, war Fragestellung einer Metaanalyse.

Design

  • Systematische Recherche in großen Datenbanken inklusive PubMed und Cochrane nach prospektiv randomisierten Studien, in denen PD1- oder PD-L1-Inhibitoren mit Standardmedikationen bei Patienten mit soliden Malignomen verglichen wurden
  • Bei der Kombination eines Checkpoint-Inhibitors mit anderen Substanzen wurden Studien mit dem jeweils anderen Checkpoint-Inhibitor, aber demselben Kombinationspartner berücksichtigt
  • Zeitraum der Publikationen: Januar 2000 bis März 2019

Hauptergebnisse
19 Studien mit insgesamt 11.379 Patienten wurden in die Analyse eingeschlossen. Tumorentitäten waren das nicht-kleinzellige und das kleinzellige Bronchialkarzinom, Magenkarzinome, Tumoren des gastroösophagealen Übergangs und Urothelkarzinome. Verglichen mit PD-L1-Hemmern hatten Patienten unter PD1-hemmenden Substanzen eine um 25 % höhere Überlebenschance (Hazard Ratio für Tod: = 0,75; p

Bei den unerwünschten Wirkungen gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen PD1- und PD-L1-Hemm er n.

Klinische Bedeutung
Diese umfassende Metaanalyse weist nach Meinung der Autoren daraufhin, dass die PD1-Checkpoint-Inhibition wirksamer sein könnte als die PD-L1-Inhibition. Entsprechende Unterschiede gab es sowohl für Monotherapien von Checkpoint-Inhibitoren als auch für Kombinationsbehandlungen. Ein klarer Beleg für diesen Befund aber wären Kopf-an-Kopf-Studien, so die Wissenschaftler; sie wären wünschenswert.

Finanzierung: öffentliche Mittel