Immer mehr Ärztinnen gründen eigene Praxen


  • Gesundheitspolitik
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Die Zahl der Frauen, die eine eigene Arztpraxis eröffnen, nimmt stetig zu. Das ist ein Ergebnis der Existenzgründungsanalyse Ärzte 2014/2015, die die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) und das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (Zi) gemeinsam durchführt haben.

Der Anteil der weiblichen Existenzgründer unter den Ärzten lag demnach im Jahr 2015 bei 54,2 Prozent. Mit 56,7 Prozent führen zwar noch die Männer unter den ambulant tätigen Vertragsärzten, jedoch zeichnet sich eine Wende ab. Die Analysen der vergangenen Jahre zeigen, dass der Anteil der sich niederlassenden Ärztinnen immer weiter wächst. Die 50-Prozent-Marke knackten die Existenzgründerinnen erstmals vor vier Jahren.

Georg Heßbrügge, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik bei der apoBank, sieht einen Grund für das zunehmende Interesse der Ärztinnen an der Selbständigkeit in vielfältigeren Möglichkeiten der Berufsausübung. Diese brächten mehr Flexibilität und Gestaltungsspielraum mit sich – etwa für Praxiskonzepte, die Familienplanung beziehungsweise das Privatleben gut integrieren.

Im Rahmen der Untersuchung wurde auch das Gründungsverhalten der Hausärzte im zurückliegenden Jahr nach Geschlechtern unter die Lupe genommen. Frauen (107.000 Euro) investierten demzufolge zurückhaltender als Männer (130.000 Euro). Sie entschieden sich häufiger für die Großstadt (49,7 versus 43,8 Prozent) sowie für eine Einzelpraxis (65,4 Prozent). Bei Männern sind dagegen kooperative Strukturen beliebter (47,8 Prozent).

Beim Durchschnittsalter zum Zeitpunkt der Niederlassung sind unterdessen nur geringfügige Abweichungen zu erkennen: Frauen gründeten 2015 im Mittel mit 42,3 Jahren ihre Praxis, Männer mit 42,2 Jahren.