IDWeek 2019 – Unnötige Dentalprophylaxe kann zu schwerwiegenden antibiotikabedingten UE führen


  • Marielle Fares, Pharm.D.
  • Conference Reports
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Kernbotschaften

  • Unnötige Dentalprophylaxe kann zu schwerwiegenden antibiotikabedingten unerwünschten Ereignissen (UE) führen.
  • Selbst eine Antibiotika-Anwendung von ≤2 Tagen kann zu UE führen.

Relevanz

  • Zahnärzte verordnen 10 % aller Antibiotika jährlich, und diese Prozentzahl ist stabil geblieben.
  • 80 % der von den Zahnärzten zur Prophylaxe verordneten Antibiotika sind unnötig.
  • Antibiotika werden nicht mehr empfohlen bei Gelenkersatzoperationen oder bei kardialen Erkrankungen, außer bei einem hohen Endokarditis-Risiko.
  • Programme zum Antibiotic Stewardship müssen Zahnärzte einschließen, denen die Behandlung von Arzneimittelreaktionen außerhalb des dentalen Settings eventuell nicht bekannt ist.
  • Zahnärzte sind die Hauptverschreiber von Clindamycin, das mit einem erhöhten Risiko für eine Clostridium difficile-Infektion verbunden ist.

Studiendesign

  • Retrospektive Kohorte von Zahnarztbesuchen, 2011–2015.
  • Eingeschlossen wurden Patienten mit unnötiger Prophylaxe (Prophylaxe bei Patienten, bei denen keine gingivale/periapikale Manipulation erfolgte oder keine entsprechende kardiale Diagnose vorlag).
  • Primärer Endpunkt: kumulative Inzidenz von UE innerhalb von 14 Tagen nach der Verordnung, zusammengesetzt aus Allergie, Anaphylaxe, C. difficile-Infektion und Besuch in der Notaufnahme.

Wesentliche Ergebnisse

  • 3,8 % aller unnötigen prophylaktischen Antibiotika waren mit einem UE assoziiert.
  • Am häufigsten waren Besuche in der Notaufnahme (1,2 %) und neue Allergien (2,9 %).
  • Clindamycin war mit mehr UE verbunden als Amoxicillin (322/1000 Personenjahre, 95%-KI, 238–406).

Einschränkungen

  • Ohne Peer-Review auf einer Konferenz vorgestellt.