IDWeek 2018 – Ist der fäkale Mikrobiomtransfer die Rettung der modernen Medizin?


  • Emily Willingham, PhD
  • Conference Reports
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Erkenntnis

  • Auf die Frage, ob fäkaler Mikrobiomtransfer (FMT) die moderne Medizin retten kann, antwortet Jennie Kwon von der Washington University School of Medicine: „Ja, nein und vielleicht“.
  • FMT kann die mikrobielle Vielfalt wiederherstellen, aber es müssen noch mehr randomisierte kontrollierte Studien durchgeführt werden.

Kernpunkte

  • Kwon berichtet, dass man bei der Suche nach Stichwort FMT auf clinicaltrials.gov 223 Studien findet, die dieses Verfahren in sehr verschiedenen Bereichen von Pankreatitis über HIV und Adipositas bis zur Graft-versus-Host-Reaktion prüfen.
  • Kwon spricht über einige bekannte Wissenslücken:
    • Publikationsbias: Weil meistens positive Ergebnisse veröffentlicht werden, kennt niemand den tatsächlichen Anteil an negativen Ergebnissen.
    • Die Frage nach der primären Indikation für FMT: Antibiotikaresistenz, asymptomatische Besiedlung, Primärprävention?
    • Welche Outcomes soll man messen: Besiedlung oder Infektion oder etwas anderes?
    • Wie lange hält die Wirkung von FMT an und wie sehen die kurz- und langfristigen Sicherheitsprofile aus?
    • Kwon erwähnt auch das Potenzial für unvorhersehbare Folgen wie metabolische Auswirkungen.
    • Zu den praktischen Erwägungen gehören die beste Quelle, die beste Dosis, die beste Dosisanzahl und der beste Zeitpunkt.
    • Es gibt weiterhin regulatorische Schwierigkeiten. Für jede Indikation, in der es nicht um Clostridium difficile geht, muss ein neuer Antrag auf Arzneimittelzulassung gestellt werden.
  • Kwon hat außerdem mehrere Fallserien und andere Studien untersucht:
    • Bei einigen Patienten mit einem hartnäckigen Harnwegsinfekt war beispielsweise die Infektion nach einer FMT behoben.
    • Bei einem Jugendlichen konnte eine seit 5 Wochen andauernde Blutinfektion bereinigt werden; auch nach 1,5 Jahren war die Stuhlkultur noch negativ.
    • In einer chinesischen Studie erhielten 5 Patienten mit einer durch Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) verursachten Enterokolitis eine FMT. Alle 5 waren danach klinisch geheilt und 3/4 wurden negativ auf MRSA getestet.
    • Die Frage ist, ob der Rückgang der Besiedlung auf FMT zurückzuführen ist; dies variiert nach dem Verfahren.