Idiopathische Lungenfibrose: weniger Hospitalisierungen bei Antibiotika-Prophylaxe


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Eine Makrolid-Prophylaxe kann bei Patienten mit idiopathischer Lungenfibrose möglicherweise Klinik-Einweisungen und den Einsatz von Notfall-Antibiotika verhindern. Dieser Nutzen der Antibiotika-Prophylaxe müsste allerdings noch durch randomisierte und kontrollierte Studie gesichert werden.

Hintergrund

Es gibt mehrere Hinweise, nach denen Infektionen an der Pathogenese und Progression der IPF beteiligt sind. Eine Folge einer Progression der Erkrankung ist oft die Hospitalisierung, was für die Patienten ein Risiko darstellt und zudem eine Belastung für die Kostenträger ist. Da es auch Hinweise darauf gibt, dass IPF-Patienten mit akuten Exazerbationen von Makrolid-Antibiotika profitieren, wurde in der vorliegenden Studie geprüft, ob auch eine Makrolid-Prophylaxe geeignet ist. 

Design

Retrospektive Beobachtungsstudie zum Einfluss von prophylaktisch verabreichtem Azithromycin (250 mg dreimal pro Woche, Montag, Mittwoch und Freitag) auf die Hospitalisierungsrate (primärer Endpunkt) von 126 Patienten mit moderat bis schwer ausgeprägter IPF. 13 Patienten mit immunsuppressiver Therapie und fünf Patienten mit anderen Antibiotika wurden von der Studie ausgeschlossen. Das Durchschnittsalter der verbliebenen 108 Patienten (Männer-Anteil 61%) betrug 68 Jahre, die mediane Überlebensrate 29 Monate. 

Hauptergebnisse

In der 12-monatigen Phase vor der Antibiotika-Prophylaxe betrug die Hospitalisierungsrate 0,29 pro Patient und Jahr. Nach Start der Prophylaxe war sie mit 0,08 pro Patient und Jahr deutlich geringer. Die Berechnungen ergaben eine relative Risikoreduktion für nicht-elektive Hospitalisierungen von 28 Prozent (0,72; CI 0,67-0,88; p

Klinische Bedeutung

Die Studie weist darauf hin, dass eine Makrolid-Prophylaxe vor nicht-elektiven Hospitalisierungen schützen kann; ob Notfall-Aufnahmen allerdings wirklich Surrogatparameter für akute Exazerbationen sind, ist nach Angaben der Autoren unklar. Für die Prognose der Patienten (Morbidität und Mortalität) scheinen sie jedoch eine wichtige Rolle zu spielen. Unklar ist auch, ob der positive Einfluss des Makrolids auf die Hospitalisierungsrate durch antibakterielle oder durch antientzündliche Wirkungen zustande kam. 

Finanzierung: NIHR Respiratory Disease Biomedical Research Unit (Royal Brompton und Harefield NHS Foundation Trust).