Ibuprofen plus Paracetamol statt Opiate bei Verletzungen des Bewegungsapparats


  • Susanne Kressenstein
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft: Bei der Verletzung vom Extremitäten linderte eine Kombination aus Ibuprofen und Paracetamol die Schmerzen ebenso gut wie Kombi-Therapien, die ein Opiat enthalten.

Hauptergebnisse: Eine Kombinationstherapie aus Ibuprofen und Paracetamol ließ die Schmerzen auf der numerischen Rating-Skala um durchschnittlich 4,3 Punkte zurückgehen. Die Linderung der Schmerzen war damit beinahe genauso gut wie nach der Gabe von Oxycodon und Paracetamol mit 4,4 Punkten. Die Schmerzlinderung unter der Kombination von Hydrocodon und Paracetamol lag bei 3,5 Punkten, unter der Kombination von Codein mit Paracetamol bei 3,9 Punkten.

Design: 411 Patienten einer US-amerikanischen Notfallambulanz wurden in vier Gruppen mit verschiedenen Schmerzmittel-Kombinationen randomisiert. Bei den Verletzungen handelte es sich um Frakturen, Zerrungen, Verstauchungen und Muskelschmerzen.

Die Teilnehmer der Gruppen 1 bis 3 erhielten unterschiedliche Opiate in Kombination mit Paracetamol (Gruppe 1: 5 mg Oxycodon plus 325 mg Paracetamol, Gruppe 2: 5 mg Hydrocodon plus 300 mg Paracetamol, Gruppe 3: 30 mg Codein plus 1.000 mg Paracetamol) Die Patienten der vierten Gruppe erhielten kein Opiat, sondern 400 mg Ibuprofen plus 1.000 mg Paracetamol.

Als primärer Endpunkt wurde anhand einer numerischen Rating-Skala der Rückgang der Schmerzen zwei Stunden nach der Einnahme definiert. Eine Schmerzlinderung um mehr als 1,3 Punkte wurde als klinisch relevante Schmerzlinderung eingestuft.

Klinische Bedeutung: Knapp 500.000 Tote durch Überdosierungen mit Opiaten haben in den USA eine Diskussion über deren freizügige Verordnung in der Schmerztherapie ausgelöst. Auch beinahe 20 Prozent der Patienten in chirurgischen Notfallambulanzen werden Opiate verschrieben. Die vorliegende Studie zeigt, dass bei Verletzungen des Bewegungsapparats oft auf Opiate verzichtet werden kann. Eine Kombination von Ibuprofen und Paracetamol bietet sich wegen der unterschiedlichen Wirkmechanismen an.

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