IAS 2019 — ImPrEP: Was läuft in Bezug auf PrEP in Lateinamerika?


  • Laura Vargas-Parada, Ph.D.
  • Conference Reports
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Erkenntnis 

  • Die Einleitung einer am gleichen Tag erfolgenden Präexpositionsprophylaxe (PrEP) in Lateinamerika ist realisierbar und sicher, und die Fortsetzung und Therapietreue in frühen Phasen ist gut.
  • Junge Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), sowie Transgender-Frauen (TGF) benötigen möglicherweise eine differenzierte Versorgung, um die fortgesetzte Einnahme von PrEP zu verbessern.

Warum das wichtig ist 

  • MSM sind die hauptsächliche Bevölkerungsgruppe in Lateinamerika, die dem Risiko neuer HIV-Infektionen ausgesetzt ist. 
  • PrEP wird nur selten verwendet. 

Studiendesign 

  • Groß angelegte Demonstrationsstudie in Brasilien, Peru und Mexiko. 
  • Für die Studie geeignete MSM und TGF (d. h. ohne HIV-Infektion, ≥ 18-jährig, mit Angabe von mind. einem Risikokriterium) wurden geprüft und aufgenommen und erhielten einen für 30 Tage ausreichenden Vorrat an Tenofovir und Emtricitabin zur oralen Einnahme. 
  • Die Teilnehmer wurden auf Kreatinin, HBV, HCV und sexuell übertragene Infektionen untersucht. 
  • Wichtigste Resultate:
    • Fortgesetzte Einnahme von PrEP in frühen Phasen: Wahrnehmung der ersten zwei Nachbeobachtungstermine innerhalb von 120 Tagen nach Einleitung von PrEP.
    • PrEP-Therapietreue: Einnahme des PrEP-Medikaments an mindestens 16 Tagen pro 30-Tages-Zeitraum (Medication Possession Ratio von ≥ 0,53).

Wesentliche Ergebnisse  

  • Februar 2018 bis April 2019.
  • 4954 Einzelpersonen: 
    • Brasilien (3205), Peru (1010) und Mexiko (739).
    • PrEP-Einsatz in Höhe von 1329,6 Personenjahren. 
    • Medianes Alter: 29 Jahre (Interquartilbereich: 24–36 Jahre).
      • 94 % MSM, 6 % TGF.
    • STI-Testergebnisse zum Studienbeginn:
      • Aktive Syphilis: 9,9 % (95 %-KI: 9,0–10,8).
      • Rektale Chlamydien: 11,7 % (95 %-KI: 10,7–12,7).
      • Rektale Gonorrhoe: 7,4 % (95 %-KI: 6,6–8,2). 
    • Fortgesetzte Einnahme in frühen Phasen bei 79,8 % der Teilnehmer; PrEP-Therapietreue von 96,9 %. 
    • Fortgesetzte Einnahme in frühen Phasen wesentlich geringer unter TGF mit 56 % (OR: 0,29; 95 %-KI: 0,21–0,40) und jungen MSM mit 71 % (OR: 0,52; 95 %-KI: 0,40–0,67).
    • HIV-Inzidenz: 0,8/100 Personenjahre (95 %-KI: 0,4–1,4).

    Einschränkungen

    • Präsentation an einer Konferenz ohne Peer-Review. 

    Expertenkommentar 

    • „Trotz der erfolgreichen Verbreitung von antiretroviralen Behandlungen in Lateinamerika schreitet die Aufnahme von PrEP und anderen Präventionsinstrumenten nur langsam voran“, sagte Brenda Crabtree, wissenschaftliche Vorsitzende an der IAS 2019, in einer Erklärung. „Die Anhaltspunkte sind klar: Wir brauchen bessere und bedarfsgerechtere Interventionen für die zentralen gefährdeten Bevölkerungsschichten.“